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Freitag, 10. Mai 2019

Jugendliche füllen Partnerschaft mit Leben

Schüleraustausch am Gymnasium Canisianum

14 polnische Schülerinnen und Schüler waren im Rahmen eines Austauschs des Gymnasium Canisianum in der vergangenen Woche in Lüdinghausen zu Gast. Bürgermeister Richard Borgmann begrüßte sie am Freitagmorgen im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Am Abend werden sie wieder in die Heimat fahren.

Er sprach über die „großen Probleme“ in Europa, die mittlerweile alltäglich geworden seien. Bei ihrem Treffen in Rumänien haben die Staats- und Regierungschefs Europas über die Probleme geredet, sie aber nicht lösen können. „Heute in Lüdinghausen erleben wir etwas Anderes“, ist Borgmann überzeugt. „Ihr setzt die Partnerschaft fort, die im Jahr 1993 offizielle Vertreter von Lüdinghausen und Nysa besiegelt haben. Ihr redet nicht nur, sondern handelt auch.“

In gut 14 Tagen findet die Europawahl statt. Dies sei für die Schülerinnen und Schüler eine Selbstverständlichkeit, für die Älteren jedoch nicht. Er selbst sei im zweigeteilten Berlin zu Besuch gewesen und habe bei einer Fahrt in der U-Bahn erlebt, wie schwerbewaffnete Soldaten aufpassten, dass niemand ausstieg. „Das ist zum Glück für euch unvorstellbar.“

Bei einem Rückflug aus Nysa hat Herr Borgmann einmal neben einer jungen Frau aus Nysa gesessen, die in Dortmund arbeitet. Jedes Wochenende ist sie zwischen Polen und Deutschland hin- und hergeflogen. „Auf die Frage, ob sie sich als Polin oder Deutsche fühlt, gab sie mir eine wunderbare Antwort“, erzählte Borgmann. „Sie sagte: ,Ich fühle mich als Europäerin‘. Wenn wir alle uns als Europäer fühlen, haben wir das erreicht, was sich unsere Väter und Mütter erträumt haben.“

Der polnische Lehrer Mietek Jaroszczyk, der die regelmäßigen Austausche schon seit über 20 Jahren begleitet, bedankte sich für die erlebte Gastfreundschaft. „Wir haben in dieser Woche schon Vieles erlebt und tolle Eindrücke gewonnen“, sagte er. Auch Karl-Heinz Kocar überbrachte im Namen der Deutsch-Polnischen Gesellschaft ein Grußwort.

Während ihres Aufenthalts haben die Schüler Ausflüge nach Köln, Bonn und Münster unternommen, eine Stadtrallye veranstaltet, waren in Senden-Bösensell klettern und haben eine gemeinsame Radtour gemacht. „Das ist immer eine tolle Zeit, sowohl für die Schüler als auch für uns Lehrer“, sagte Sigrid Dorprigter.

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