Aktuelle Meldungen
Stadt Lüdinghausen
Aktuelle Meldungen aus Lüdinghausen.
Hilfsnavigation
Hilfsnavigation überspringen
Servicenavigation
Servicenavigation überspringen

Aktuelle Meldungen aus Lüdinghausen.

Inhaltsnavigation

Inhaltsnavigation überspringen

Mittwoch, 12. Juni 2019

Es brummt und blüht auf der Erich-Hirsch-Wiese

Vertreter der Heimatvereine bewundern Artenvielfalt

Interessierte Mitglieder der Heimatvereine Lüdinghausen und Seppenrade haben kürzlich in Begleitung von Bürgermeister Richard Borgmann und dem städtischen Umweltbeauftragten Heinz-Helmut Steenweg die Erich-Hirsch-Wiese in der Bauerschaft Ondrup in Seppenrade besucht. Erich Hirsch erklärte vor Ort gemeinsam mit Dr. Detlev Kröger, dem ersten Vorsitzenden des NABU Kreisverband Coesfeld, wie er die städtische Ausgleichsfläche mit viel Arbeitseinsatz und Geduld innerhalb von wenigen Jahren zu einer hochwertigen ökologischen Wiese ausgebaut hat.

„Mit ganz bestimmten Pflegemaßnahmen kann man Artenreichtum erhalten“, sagte Hirsch. Am wichtigsten seien das regelmäßige Mähen und Entfernen des Mahdguts. Danach erst käme das Säen. Beim Mähen werden dem Boden Nährstoffe entzogen. So können sich auch andere als die üblichen Arten ansiedeln, für die ein nährstoffarmer Boden lebenswichtig ist. Hirsch schwört auf das Prinzip „Null Düngung“. Trotzdem ist das Gras nach zehn Jahren sehr hoch gewachsen. Falter, Raupen und Insekten fühlen sich in Gesellschaft von weißen Margeriten, orangem Habichtskraut und violetten Acker-Witwenblumen wohl. Auch die Wilde Karde, die Hauptnahrungsquelle für Distelfinken, ist auf der „Hirschwiese“ zu entdecken.

Einige Insektennisthilfen, dem Laien eher unter dem Namen „Insektenhotel“ bekannt, stehen auf der Wiese. „Sie müssen unbedingt Hartholz für den Bau verwenden“, schärfte Hirsch den Zuhörern ein. Die Löcher sollten etwa acht Zentimeter tief und sauber gebohrt sein, damit die Bienen überhaupt in das Holz hineingehen. Auf der „Hirschwiese“ gibt es für die Insekten genug Nektar zu saugen und Pollen zu holen, sodass sie hier einen idealen Lebensraum vorfinden.

Die Mitglieder der Heimatvereine staunten nicht schlecht, als sie sogar Orchideen und Wiesenglockenblumen zu sehen bekamen. „Die Orchideen sind das Kostbarste, was wir hier haben“, sagte Kröger. Er appellierte an Gartenbesitzer, auch den eigenen Garten möglichst naturnah zu gestalten. Jeder könne etwas für den Artenschutz tun. „Das ist schon eine tolle Augenweide“, war von den Besuchern zu hören, die Erich Hirsch für seine Mühe ein großes Lob aussprachen.

Hirsch und Kröger dankten auch Borgmann und Steenweg für ihren Einsatz. „In Lüdinghausen passiert sehr viel“, meinte Hirsch. „Was mit der Gestaltung der StadtLandschaft geschaffen wurde, ist hervorragend – sowohl für die Artenvielfalt als auch für die Menschen, die hier leben.“ Gleichzeitig hat Kröger die Gelegenheit des Treffens genutzt, um einige Wünsche an die Stadt zu äußern. Borgmann lud ihn daraufhin in eine der nächsten Bürgermeisterkonferenzen als Gast ein, um dort seine Ideen vortragen zu können. „Der Artenschutz ist eine Aufgabe, die für alle Kommunen im Kreis Coesfeld eine große Rolle spielt und gemeinsam angegangen werden sollte“, erklärte Borgmann. Außerdem lud er Hirsch und Kröger dazu ein, auf der nächsten Frühjahrstagung der Vereinigung Cittaslow, die in Lüdinghausen stattfinden wird, ihre Projekte in Bezug auf den Artenschutz vorzustellen. „Ihr Beispiel zeigt, dass es möglich ist und dass es sich lohnt“, betonte Borgmann. Kröger und Hirsch nahmen die Einladungen dankend an.

 Foto
 
Vertreter der beiden Heimatvereine aus Lüdinghausen und Seppenrade trafen sich mit Bürgermeister Richard Borgmann und dem städtischen Umweltbeauftragten Heinz-Helmut Steenweg (2.v.r.) auf der Hirschwiese. Erich Hirsch (Mitte) und Dr. Detlev Kröger, erster Vorsitzender des NABU Kreisverband Coesfeld (4.v.r.), informierten zum Thema Artenvielfalt.