Bürgermeister Richard Borgmann hat sich mit einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Als Mitglied des Friedensbündnisses Mayors for Peace bittet er die Kanzlerin darum, sich weiterhin und mit besonderem Nachdruck für die nukleare Abrüstung einzusetzen.

Im Februar hatten die USA den INF-Vertrag gekündigt und Russland seine Vertragspflichten suspendiert. Die Folgen der Aussetzung dieses für die Sicherheit in Europa und der gesamten Welt so wichtigen Abrüstungsvertrags sind noch nicht absehbar. Die Kündigungsfrist läuft allerdings erst Anfang August aus. Aus diesem Grund wollen die Mitglieder von Mayors for Peace ihren Flaggentag am 8. Juli in diesem Jahr dafür nutzen, an die Bundesregierung zu appellieren, sich bis zuletzt für den Erhalt des INF-Vertrags einzusetzen.

Borgmann betont in seinem Schreiben die vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag festgestellte „völkerrechtliche Verpflichtung“, sich in redlicher Absicht für die nukleare Abrüstung einzusetzen. Nationen, die diese Verpflichtung nicht einhalten wollen, müsse klar gemacht werden, dass sie damit nicht nur die Sicherheit des eigenen Landes, sondern der gesamten Welt aufs Spiel setzen. Für Borgmann sei es eine „Herzensangelegenheit“, dass die Bundesrepublik Deutschland sich im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen weiterhin und mit Nachdruck für die nukleare Abrüstung einsetzt. Er hat die Bundeskanzlerin darum gebeten, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Kündigung des INF-Vertrags zu verhindern.

Außerdem hat Borgmann sich an seine beiden Amtskollegen aus Nysa und Taverny, Bürgermeister Kordian Kolbiarz und Bürgermeisterin Florence Portelli, gewandt und ihnen vorgeschlagen, ein ähnliches Schreiben an ihre Regierungschefs, Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Präsident Emmanuel Macron, anzufertigen. „Die Friedenssicherung ist unser aller Auftrag und deshalb sollten wir gemeinsam die Initiative ergreifen und unsere jeweiligen Regierungen bei ihren Vorhaben, die Abrüstungsidee weiter voranzutreiben, tatkräftig unterstützen, auch wenn es nur moralisch ist“, appelliert Borgmann an seine Kollegin und seinen Kollegen.