In diesem Jahr widmet sich der Chor des Musikschulkreises Lüdinghausen den Anfängen großer Komponisten: Am Sonntag, den 10. November, erklingen um 18.00 Uhr in der St. Felizitas-Kirche Lüdinghausen frühe Meisterwerke von Giacomo Puccini und Johannes Brahms.
Die beiden Komponisten eint nicht nur ihre Abstammung aus einem musikalisch geprägten Elternhaus. Ihnen ist auch gemeinsam, dass sie bereits in jungen Jahren mit großen Publikumserfolgen ebenso große Bekanntheit erlangten.

Der junge Brahms ließ sich Zeit mit dem Studium der verschiedensten Kompositionstechniken  und veröffentlichte seine Werke erst, wenn er mit ihnen auch wirklich zufrieden war. Ein gutes Beispiel dafür ist das mit 23 Jahren als Kyrie seiner „Missa Canonica“ (einem Studienwerk) begonnene Stück, das erst nach weiteren 23 Jahren als erster Teil der Motette „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen“ das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Der Komponist stellt hier die ganz großen Fragen nach dem Sinn des Lebens und der möglichen Rolle Gottes darin. Auch „Schaffe in mir Gott ein rein Herz“ benötigte eine Reifezeit von vier Jahren zwischen Fertigstellung und Veröffentlichung.

„Romantisch im besten Sinne“ darf man die Kompositionen Giacomo Puccinis in ihrer Gefühlsbetontheit nennen. Die Uraufführung der vierstimmigen Messe im Frühjahr 1880 (wegen des ausgedehnten Gloria-Teils auch „Messa di Gloria“ genannt) fällt in das 20. Lebensjahr des großen Opernkomponisten und bezeichnet den Endpunkt der ersten musikalischen Ausbildung in seiner Heimatstadt Lucca. Inspiriert von einer Aufführung der Aida von Giuseppe Verdi festigte sich sein Entschluss, noch im gleichen Herbst seine Studien in Mailand fortzusetzen und Opernkomponist zu werden.

Viel von der italienischen Operntradition steckt demzufolge schon in seinem größten Kirchenwerk, so viel sogar, dass sich in seinem ersten Opernerfolg Manon Lescaut das Kyrie der Messe wiederfindet. An die Stelle des Opernsolisten tritt in der Messa di Gloria ein vierstimmiger Chor. Die Bariton- und Tenor-Soli sorgen vor allem für klangliche Abwechslung, ohne jedoch eine dominante Rolle zu übernehmen. Gleichwohl verlangt die Partitur ausgebildete und erfahrene Opernstimmen, nicht zuletzt, um auch dem sinfonisch besetzten Orchester Paroli bieten zu können.

Mit Rücksicht auf den Aufführungsort in der St-Felizias-Kirche wird am 10. November die Fassung für Kammerorchester von Joachim Linckelmann zu Gehör gebracht. Durch eine Überarbeitung des Bläsersatzes wird die klangliche Balance zugunsten des Chores verschoben, was sich insbesondere bei Sängerzahlen diesseits der 100 Personen durch eine größere Transparenz bemerkbar macht. Der Chor des Musikschulkreises wird unterstützt vom Kourion-Orchester Münster und den beiden Solisten Jean-Pierre Ouellet (Tenor) und Hagen-Goar Bornmann (Bariton). Der Dirigent ist der Leiter des Musikschulkreises Lüdinghausen Elmar Sebastian Koch.

Karten zu 15 Euro und 10 Euro gibt es ab sofort im Vorverkauf im Büro der Musikschule (Villa Westerholt, Freiheit Wolfsberg 2) und im Bürgerbüro (Borg 2).