Gegen die geplante Neueinteilung der Landtagswahlkreise haben sich die Bürgermeister von Lüdinghausen und Olfen nun in einem gemeinsamen Schreiben an Innenminister Herbert Reul und die Fraktionen im Landtag gewandt. Das Innenministerium plant, die Städte Lüdinghausen und Olfen aus dem Wahlkreis 80 - Coesfeld II -  dem neuen Wahlkreis Recklinghausen 72 zuzuordnen.

Richard Borgmann und Wilhelm Sendermann bezeichnen diese Planungen in ihrem Brief als „äußerst bedenklich“. Die neue Regelung hätte zur Folge, dass innerhalb des Kreises Coesfeld hinsichtlich der Landtagswahlen 2022 drei verschiedene Landtagsabgeordnete zuständig sein würden. Aus einem zweigeteilten Kreis würde ein dreigeteilter werden. Bislang gehört der Süden des Kreises Coesfeld zum Wahlkreis 80 – Coesfeld II -, und der Norden des Kreises Coesfeld und ein Teil des Kreises Borken zum Wahlkreis 89 - Coesfeld I / Borken III-. Durch die Neueinteilung würden Lüdinghausen und Olfen aus dem Wahlkreis 80 herausgerissen und dem neuen Wahlkreis Recklinghausen 72 zugeordnet.

Die räumliche Bindung zu den Städten werde fehlen, falls der Abgeordnete des neuen Wahlkreises Recklinghausen nicht aus Lüdinghausen oder Olfen kommt. Borgmann und Sendermann gehen davon aus, dass der Abgeordnete in diesem Fall „geringes Interesse an den Problemen der Städte Lüdinghausen und Olfen“ hat. Dies sei umgekehrt genauso, wenn der Abgeordnete aus Olfen oder Lüdinghausen kommt. Das Gewicht einer Stadt sinke sowohl innerhalb des Wahlkreises als auch in der Vertretung von städtischen Interessen im Landtag. Dort hätte ein „ganzer“ Abgeordneter letztlich mehr Einfluss als drei aus verschiedenen Wahlkreisen.

Außerdem befürchten die Bürgermeister, dass ein Abgeordneter aus dem Raum Recklinghausen in Lüdinghausen und Olfen kaum Akzeptanz findet und dies sich auch auf die Wahlbeteiligung auswirken würde. „Letztlich würde die Neueinteilung auch zusätzlichen bürokratischen Aufwand bei der Durchführung der Wahl bedeuten“, betonen sie.

Nach der Gebietsreform im Jahr 1975 habe es lange gedauert, bis der jetzige politische und gesellschaftliche Zusammenhalt des heutigen Kreises Coesfeld erreicht wurde. Diesen räumlichen Zusammenhang gelte es zu erhalten und den Kreis Coesfeld nicht noch weiter aufzusplittern. Auch der Kreis Recklinghausen würde durch die Neueinteilung weiter zerstückelt. Daher bitten die Bürgermeister den Innenminister und die Fraktionen im Landtag darum, die geplante Neueinteilung noch einmal zu überdenken.