Ein mitreißendes Jazzkonzert bot das J. „M.“ Racotta-Trio kürzlich im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Klarinette, Klavier und Kontrabass, instrumental und ohne Verstärkeranlage, bewährten sich als gelungene Kombination, um einen abwechslungsreichen Jazzabend zu gestalten. Eingeladen dazu hatte der Musikschulkreis Lüdinghausen, der zu dieser Veranstaltung auch die Schirmherrschaft übernommen hatte.

 J. „M.“  Racotta heißt mit bürgerlichem Namen „Jürgen Gutknecht“ und ist Kennern bekannt als einer der Klarinettenlehrer im Musikschulkreis Lüdinghausen. Mit ihm spielten Andreas Lobisch, Klavier, ebenfalls Musikpädagoge im Musikschulkreis Lüdinghausen und Ivo Kassel, Kontrabass, als Gastmusiker. Die Band spielte gleichermaßen mit Konzentration, aber auch mit souveräner Leichtigkeit.

Große Bedeutung hatte natürlich die Improvisation, alle drei Musiker boten ihre Soli. Ivo Kassel am Kontrabass zeigte souverän in seinen Soli, dass der Kontrabass mehr ist als nur Begleitinstrument. J. „M.“ Racotta hat als studierter Profi selbstverständlich den allergrößten Respekt vor den historischen Vorbildern, sein Lieblingsklarinettist beispielsweise im Jazz ist Barney Bigard, seinerseits lange Zeit Mitglied in der Louis Armstrong Band. Aber Racotta sieht sich keinesfalls als Nacheiferer des berühmten Benny Goodmann, treffender wurde Racotta gelegentlich als „Jimi Hendrix“ der Klarinette betitelt. Sehr schön, wie sich Lobisch in die Band integriert, liegen seine Wurzeln und Bühnenerfahrungen doch zweifellos in der klassischen Musik, aber diese Herkunft wusste er gekonnt zu trennen, er spielte fein perlende Läufe und gut integrierte Begleitungen.   

Im „Mainstream“ groovend, aber auch fast dahingehaucht, zwischendurch auch laut aufschreiend, gab es ein abwechslungsreiches Programm, das im gut besetzten Kapitelsaal mit lang anhaltendem Applaus belohnt wurde. Das Publikum entließ die Band nicht ohne Zugaben. Das Programm umfasste Jazzklassiker wie „All of me“ und „Royal Garden Blues“, lateinamerikanische Titel wie „Girl from Ipanema“, außerdem „Sunny“, „Dream a little dream“ und äußerst gefühlvoll interpretiert: „Killing me softly“, Titel, die eher aus dem Bereich der Pop-Musik stammen.