Menschen aus drei verschiedenen Kontinenten saßen am Dienstagvormittag im Rathaus zusammen. Das St.-Antonius-Gymnasium hat derzeit fünf Austauschschüler zu Besuch, drei Jungen und zwei Mädchen. Bürgermeister Borgmann hieß sie in der Stadt Lüdinghausen herzlich willkommen. „Ich ziehe den Hut vor euch, dass ihr den Mut gefunden habt, so weit von zuhause wegzugehen“, sagte Borgmann. Gleichzeitig Botschafter aus drei Kontinenten begrüßen zu können, sei etwas ganz Besonderes. „Möge die große Politik sich ein Beispiel an diesen Schülern nehmen, die sich alle als „Weltbürger“ verstehen“, fügte er hinzu.

Bei einem Schüleraustausch rücken Menschen und die Welt näher zusammen. „Politisch driftet aktuell viel auseinander“, sagte das Stadtoberhaupt. „Es ist ein positives Signal, dass ihr euch entschieden habt, hierherzukommen.“ Als Borgmann die Jugendlichen nach ihren ersten Eindrücken fragte, wussten sie direkt Vieles zu erzählen. „Deutschland ist ganz anders als das Land, wo ich herkomme“, sagte Sebastian Matebau. „In Australien grüßt sich jeder, hier sind die Menschen etwas distanzierter, aber trotzdem freundlich.“ Willoh Robbins erzählte, dass sie in den USA zwischen den Unterrichtsstunden keine Pausen haben und mehr Hausaufgaben aufbekommen.

Justina Calabrese kommt richtig ins Schwärmen. Von ihrer Gastfamilie in Olfen sei sie sehr herzlich aufgenommen worden. Sie sei beeindruckt davon, welch hohen Stellenwert das Thema Bildung in Deutschland habe. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie Schnee gesehen und ist bereits Schlitten und Ski gefahren. Insgesamt fühlt sie sich sehr wohl hier, nur die Sprache sei schwierig zu lernen. Das findet auch Lenin Noyola Bernal aus Mexiko, der trotzdem versucht, möglichst viel Deutsch zu reden. Seine Kenntnisse hätten sich schon verbessert und er freue sich hier zu sein. Gabriel Perez Diez aus Argentinien wundert sich vor allem über das viel frühere Abendessen als in seinem Heimatland, wo oft erst gegen zehn Uhr gegessen wird.

Alle fünf sind sie der Ansicht, dass man mit Deutschen erst einmal „warm werden“ muss. Dann werde man aber sehr gut aufgenommen und die anderen Schülerinnen und Schüler seien auch gerne hilfsbereit. Laut Ludwig Perick, Austauschbeauftragter am St.-Antonius-Gymnasium, können die Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren ihren Stundenplan an der Schule selbst gestalten. Einige von ihnen wechseln während ihres einjährigen Aufenthalts öfter die Gastfamilie, um möglichst viele Facetten des Landes kennenzulernen.

Borgmann wünschte den Jugendlichen alles Gute für ihren weiteren Aufenthalt und dass sie auch nach der Zeit in Lüdinghausen die Verbindungen in die Stadt aufrechterhalten.