Die Fahrgastzahlen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind im Jahr 2018 erneut gestiegen. Insgesamt nutzten die Kunden Busse und Bahnen im vergangenen Jahr für 10,4 Milliarden Fahrten und sorgten damit im einundzwanzigsten Jahr hintereinander für ein Rekordergebnis bei den Verkehrsunternehmen.

Allerdings gibt es nicht nur Grund zur Freude. Der Fahrgastzuwachs fiel mit plus 0,6 Prozent deutlich geringer aus als in den Jahren zuvor. „Das sollten wir so nicht hinnehmen“, sagt Lüdinghausens Bürgermeister Richard Borgmann. Die Zukunft müsse im öffentlichen Nahverkehr liegen. Es müsse darum gehen, gerade für Menschen, die Bus und Bahn bisher nicht nutzen, attraktive Angebote zu schaffen. „Hier darf das Münsterland den Anschluss nicht verpassen“, betonte Borgmann. Für immer mehr Menschen spiele der Ausbau der Infrastruktur bei der Wahl des Arbeitsplatzes und Wohnortes eine entscheidende Rolle.

Grund für den geringen Fahrgastzuwachs sind Kapazitätsgrenzen im ÖPNV. Vor allem der zunehmende Modernisierungs- und Ausbaubedarf der Infrastrukturen ist ein Hemmnis für weiteres Wachstum. Für die Erneuerung von Strecken, Haltestellen und Bahnhöfen fehlen inzwischen fünf Milliarden Euro. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert deshalb eine schnelle Einigung des Vermittlungsausschusses zur Erhöhung der Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes und zur Öffnung für die Finanzierung von Erneuerungsmaßnahmen. Borgmann unterstützt diese Forderung außerordentlich. Für ihn ist die halbstündige Taktung der Bahnstrecke Dortmund-Lüdinghausen-Enschede unerlässlich. Außerdem wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger die Einrichtung einer Schnellbuslinie zwischen Drensteinfurt, Lüdinghausen und Haltern. „Es reicht nicht, dass unsere Innenstädte immer attraktiver werden“, sagt Borgmann. „Sie müssen auch für jeden erreichbar sein.“