Ein spannendes Impulsreferat hörten zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer Lüdinghausens, die am Mittwochabend auf Einladung der Stadt Lüdinghausen zum Wirtschaftsgespräch ins Restaurant des Klutensee-Bads gekommen waren. Christoph Dammermann, Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen ging vor allem auf die starke Bedeutung des Wirtschaftszweiges für die Kommunen und die Herausforderungen Digitalisierung und Fachkräftemangel ein.

Ursprünglich war Professor Dr. Andreas Pinkwart als Gastredner eingeplant gewesen. Dieser entschuldigte sich jedoch krankheitsbedingt. „Nun müssen Sie mit der Taschenbuchausgabe des Ministers vorlieb nehmen“, sagte Dammermann. Da er in Werne wohnt, freue er sich aber besonders darüber, in Lüdinghausen sprechen zu dürfen. Er betonte, dass der breite Mittelstand eine Stärke Nordrhein-Westfalens darstelle und dessen Unterstützung der Landesregierung daher sehr am Herzen liege.

Auf regionale Probleme wie den Fachkräftemangel könne man am ehesten „mit den Treibern Innovation und Digitalisierung Antworten bekommen“. Es sei wichtig, junge Menschen zu qualifizieren und zu motivieren, daher sei das Bildungsthema für seine Regierung von überragender Bedeutung. Das Schulfach Wirtschaft einzuführen, sei eine sehr gute Idee. „Hier können die Schülerinnen und Schüler lernen, was Selbständigkeit ausmacht,

wie man ein Unternehmen führt und die betriebswirtschaftlichen Grundlagen kennenlernen“, sagte Dammermann.

Im Anschluss an den Vortrag stellten die Besucher viele Fragen rund um Digitalisierung, Nachwuchsprobleme und Kohleausstieg. Besonders dringlich war die Bitte, die aus den Reihen der „Buddelvereine“ zu hören war: Die Verfahren in Bezug auf die Förderung von derartigen Projekten sollen vereinfacht werden. Im Gegensatz zu den Nachbarkreisen, die mit dem Glasfaserausbau gewartet haben, sehen die hiesigen Landwirte kein Geld für ihren Einsatz. Auch Bürgermeister Richard Borgmann betonte, dass es ihm schwerfalle zu erklären, „warum der Fleißige nachher der Dumme ist“. Dammermann versprach, das Anliegen mitzunehmen. Dass Fördertöpfe nur abgerufen werden können, wenn Maßnahmen noch nicht begonnen wurden, sei „zwar nachvollziehbar, aber nicht immer gerecht“.

 

Bürgermeister Richard Borgmann dankte Dammermann für seine Ausführungen. „Insbesondere die Änderung des Landesentwicklungsplans ist für uns Kommunen unglaublich wichtig, um die Flächen weiter zu entwickeln“, sagte er. „Wir können die Bedürfnisse der jungen Familien, die alle gern in Lüdinghausen und Seppenrade wohnen möchten, kaum erfüllen.“ In vielen Bereichen seien die Kommunen „extrem abhängig von den Entscheidungen der Landesregierung“. Auch den Besucherinnen und Besuchern dankte Borgmann: „Die Wirtschaft ist unser Rückgrat, ohne Sie könnten wir den hohen Standard in Lüdinghausen nicht gewährleisten“.

Die Unternehmerschaft zeigte sich sehr zufrieden mit den Ausführungen des Staatssekretärs. „Die Taschenbuchausgabe ließ sich sehr gut lesen, Sie waren ein toller Referent“, sagte Hubertus Geiping. Auch nach dem offiziellen Teil nutzen viele die Gelegenheit, noch mit dem Gast ins Gespräch zu kommen.