Pendler aus Lüdinghausen können ihre Fahrten nach Münster nach den Sommerferien flexibler planen. Dann wird auf der Strecke zwischen 6 und 20 Uhr nämlich der neue „Münsterland Express“ eingesetzt. Drei Mal in der Stunde können Reisende auf der Strecke zwischen Lüdinghausen und Münster hin- und herpendeln. Der Expressbus MX 90 wird weniger Haltestellen anfahren, um möglichst viel Zeit zu sparen. In Lüdinghausen soll es künftig drei Haltestellen geben: den Busbahnhof, Eichendorffring und voraussichtlich die Hans-Böckler-Straße.

„Unser Angebot ist insbesondere für Pendler, aber auch für heutige PKW-Fahrer attraktiv“, sagt Michael Klüppels, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement beim Regionalverkehr Münsterland (RVM). „Wir erreichen mit dem MX 90 eine Reisezeit, die den Vergleich mit dem PKW nicht scheuen muss“. Vom Busbahnhof in Lüdinghausen bis zum Münsteraner Hauptbahnhof braucht der Bus lediglich 40 Minuten. „Wenn man dann auch noch die Suche nach einem Parkplatz einrechnet, schafft man es mit einem Auto gewiss nicht schneller“, betont Bürgermeister Richard Borgmann. Er ist sicher, dass dieses Angebot mehr Leute dazu bewegen wird, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Der Ausbau der Infrastruktur sei den Bürgerinnen und Bürgern besonders wichtig. „Die Menschen möchten möglichst oft und dabei zuverlässig an ihr Ziel gebracht werden“, ist Borgmann überzeugt. Die RVM sorgt darüber hinaus dafür, dass sich die Fahrgäste künftig noch wohler fühlen. Klüppels erklärt, dass das „Fahrzeuginterieur noch höherwertiger sein wird als das, was wir heute in den Bussen haben“.

Derzeit stellen Bund und Land eine stärkere Förderung von Bus und Bahn in Aussicht. Borgmann hofft daher, dass der Kreis Coesfeld den Nahverkehrsplan noch einmal überarbeitet beziehungsweise ergänzt und an die neuen Gegebenheiten anpassen wird. Außerdem geht er davon aus, dass der Kreis Warendorf nun doch bei einer Schnellbuslinie von Drensteinfurt über Ascheberg und Lüdinghausen bis Haltern am See mitmachen will. „Die Förderung eröffnet nun wieder ganz neue Möglichkeiten und Gedankenspiele“, so das Lüdinghauser Stadtoberhaupt. Handlungsbedarf habe es schon zuvor gegeben, nun seien die Chancen aber noch einmal erhöht worden, möglichst viele Ideen für Bus und Bahn auch in die Tat umzusetzen. An den Landrat des Kreises Warendorf gerichtet, formuliert er den Appell: „Nutzen wir die uns von Bund und Land gegebenen Möglichkeiten im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger und unseres Klimas.“