Unter Begleitung ihrer Klassenlehrerin Dorothee Austrup machte die Klasse 4a aus der Ostwallschule am Montagmorgen einen Rundgang durch das Lüdinghauser Rathaus. Standesbeamtin Tanja Suttrup ließ die Kinder einen Blick in ein Geburtenregister werfen und erklärte, dass es auch noch ein Ehe- und ein Sterberegister gibt. Anschließend gingen die Schülerinnen und Schüler ins Bürgerbüro. Bürgermeister Richard Borgmann erklärte ihnen, warum das Bürgerbüro für die Stadtverwaltung eine wichtige Einrichtung ist: „70 Prozent der Kontakte, die die Bürger mit dem Rathaus haben, werden zuerst über das Bürgerbüro geschlossen.“

Im Tiefbauamt staunten die Kinder nicht schlecht, als Mitarbeiterin Janine Eßmann ihnen zeigte, wie man mit einer Kamera durch das städtische Rohrsystem fahren kann, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. „Wenn zum Beispiel Baumwurzeln in einen Kanal einwachsen, müssen diese entfernt werden“, sagte sie. Das dreckige Abwasser werde in der Kläranlage gereinigt und könne anschließend wieder gebraucht werden. Im Anschluss zeigte Mitarbeiterin Kirsten Wansing der Klasse einige Baupläne, auf denen vermerkt ist, wo künftige Baugebiete entstehen und wie sie aussehen sollen.

In der abschließenden Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister im Nysa-Zimmer wollten die Kinder vom Stadtoberhaupt wissen, was ihm an seinem Beruf am besten gefällt und ob es auch etwas gibt, was er nicht gerne mag. „Besonders toll ist es, mit vielen Leuten zu tun zu haben. Ich spreche sehr viel mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Lüdinghausen und lerne fast jeden Tag neue Menschen kennen“, sagte Borgmann. Auch auf seinen Dienstreisen in Düsseldorf und Berlin habe er schon viele interessante Persönlichkeiten kennengelernt. Dazu zählen zum Beispiel Hans-Dietrich Genscher in seiner damaligen Funktion als Außenminister und der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, den er auch schon in Lüdinghausen begrüßen durfte. Eine Sache, die ihm an seinem Beruf nicht so gut gefällt, nannte Borgmann auch: „Manchmal ist es sehr schwierig, Entscheidungen zu treffen. Was für die Stadt Lüdinghausen am besten ist, gefällt nicht immer allen Bürgerinnen und Bürgern.“ Ihm sei es wichtig zu überlegen, was in der Zukunft für die Allgemeinheit am besten ist. „Wie findet ihr denn die Entscheidung für ein Kino?“, fragte Klassenlehrerin Dorothee Austrup die Kinder. Die Kinder mussten nicht lange überlegen: „Gut!“, lautete die spontane und einstimmige Antwort.