In der kommenden Woche beginnen die Tiefbauarbeiten zum Bau der Fischtreppen am Steverwall. Ab Montag, den 17. Februar, wird die Wegeverbindung von der Klosterstraße über den Steverwall bis zur Straße Borg gesperrt. Gleichzeitig wird an der Sporthalle Hinterm Hagen eine Baustraße durch die Vischeringstever gebaut, um das Einstiegsbauwerk für den Fischpass zu setzen.

„Das Umgehungsgerinne bedeutet aus ökologischen Gesichtspunkten einen riesigen Gewinn“, betont Bürgermeister Richard Borgmann. Schon seit einigen Jahren verfolgen der Wasser- und Bodenverband Stever-Lüdinghausen und die Stadt Lüdinghausen das Ziel, die Durchgängigkeit des Gewässers von der Quelle bis zur Mündung herzustellen. Derzeit wird in Olfen eine Verbindung von der Stever bis zur Lippe geschaffen, sodass die Fische direkt von der Lippe bis in die Stever schwimmen können.

Durch das Umgehungsgerinne sollen die Fische von der Alten Stever über die Vischeringstever durch die Stadtlandschaft bis zum Steverwall und der Mühlenstever geleitet werden. Die Fische werden mithilfe eines Leitsystems die Strömung im Wasser wahrnehmen, wobei Pfähle als Richtungsweiser dienen. Die Fischtreppen werden entlang des Steverwalls errichtet. „Von der Brücke am Steverbett-Hotel in die Stadtlandschaft werden die Treppen auch von den Bürgerinnen und Bürgern deutlich zu erkennen sein“, sagt der städtische Umweltbeauftragte Heinz-Helmut Steenweg. Die Fische werden durch mehrere Becken hintereinander hindurch schwimmen und dabei immer wenige Zentimeter weiter nach oben gelangen. Mit Fertigstellung der Bauwerke ist es den heimischen Wanderfischarten und Amphibien wieder möglich, entlang der Lüdinghauser Stever aufzusteigen und ihre angestammten Laichplätze zu erreichen.

Um die Bauwerke am Steverwall standsicher unterhalb der Gewässersohle setzen zu können, ist es erforderlich, das Wasser der oberen Mühlenstever, der Ostenstever und der oberen Vischeringstever vorübergehend abzusenken. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis Ende Mai andauern. Die Brücken werden von der Baumaßnahme nur geringfügig betroffen sein, sodass der Weg in die Stadtlandschaft frei bleiben wird. Der abgesenkte Wasserstand wird für rund vier Wochen gehalten. Im gleichen Zuge wird der Wasser- und Bodenverband Unterhaltungsarbeiten an den Böschungen durchführen.

Diese Verbindungsbauwerke sind ein weiterer Baustein zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Mit Einführung dieser Richtlinie wurde europaweit angestrebt, vorhandene Flüsse, Seen, Grundwasser und Küstengewässer miteinander zu verbinden und in einen qualitativ guten Zustand zu überführen, was mit der Schaffung des Umgehungsgerinnes jetzt ermöglicht wird.