Bürgermeister Richard Borgmann hat nun eine gemeinsame Erklärung des deutschen Cittaslow-Netzwerks zur aktuellen Corona-Pandemie erreicht. In dem Schreiben wird die besondere Verantwortung Europas betont, sich auch in diesen Krisenzeiten als Gemeinschaft zu begreifen und den europäischen Zusammenhalt zu betonen.

In der Erklärung heißt es, dass die weltweite Ausbreitung des Virus die internationale Gemeinschaft vor besondere Herausforderungen stellt und Maßnahmen in weiten Teilen Europas ergriffen wurden, die vor wenigen Wochen noch undenkbar schienen. Die „Notwendigkeit, für die Verlangsamung der Ausbreitung des Virus schwerwiegende Eingriffe umzusetzen“, werde auch von den deutschen Cittaslow-Mitgliedsstätten anerkannt. Allerdings drückt das Netzwerk Sorge darüber aus, dass in den vergangenen Wochen Tendenzen zurück zu einer reinen Politik des Nationalstaats zu erkennen sind. „Europäische Grenzkontrollen, Ausfuhrbeschränkungen und Streit um Finanzierungsfragen prägen das Bild insbesondere innerhalb der europäischen Familie“, heißt es in dem Schreiben.

Die Gemeinschaft lebenswerter Städte ruft die Staaten daher dazu auf, gerade in der jetzigen Situation zusammenzuhalten. In der Zeit nach Corona liege eine große Strecke des gemeinsamen Wiederaufbaus vor uns. Dies könne nur gemeinsam gelingen. Borgmann möchte diesen Gedanken besonders hervorheben und weist darauf hin, dass Europa schon viele schwierige Situationen gemeistert hat. „In der aktuellen Lage sollte nicht jedes Land nur darauf schauen, was für sich selbst das Beste ist“, betont der Lüdinghauser Bürgermeister. „Nur, wenn wir auch international an einem Strang ziehen, können wir wieder zu alter Stärke zurückfinden.“

Das Netzwerk ruft weiterhin dazu auf, weltweit sofort alle Kriege zu beenden und eine humane Flüchtlingspolitik durchzusetzen. Es sei dringend geboten, dass die Mächtigsten der Welt sich für eine gerechtere und menschlichere Weltordnung stark machen. Dies könne uns auch künftig gegen solche Katastrophen wappnen. Diesen Worten schließt sich Borgmann an und betont, dass diplomatische Verhandlungen derzeit wichtiger seien denn je. In den letzten Wochen haben viele Staaten autark entschieden und agiert. Nun sei es umso wichtiger, gemeinsame Handlungsstrategien zu entwerfen. „Dies ist Europa nicht zuletzt auch seinen Bürgerinnen und Bürgern schuldig“, betont Borgmann. „Schließlich haben wir noch vor der Europawahl immer wieder unsere Einheit und gemeinsame Stärke betont. Diese Worte nun auch in Taten umzusetzen und gemeinsam Flagge für eine gerechtere Welt zu zeigen, ist eine Herausforderung, die sich Europa stellen muss. Das Wichtigste aber: Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass wir gemeinsam auch diese Krise meistern können.“