Bürgermeister Richard Borgmann und der erste Beigeordnete Matthias Kortendieck haben am Donnerstagmorgen eine Schülerdelegation aus Polen im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen begrüßt. Zu Ehren der Schülerinnen und Schüler aus Nysa wurde vor der Burg Lüdinghausen auch geflaggt. „Ich freue mich sehr, dass ihr den Weg nach Lüdinghausen gefunden habt“, sagte er. Es sei ein besonderes Datum, da vor hundert Jahren der Erste Weltkrieg beendet worden ist. Weder die Schüler noch er selbst haben bis heute Gott sei Dank einen Krieg miterlebt. Doch leider nehmen die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt zu. Borgmann selbst gehöre einer Generation an, die den Kalten Krieg und die Teilung Deutschlands noch miterlebt hat. Damals haben Bürger aus Nysa und Lüdinghausen die Initiative ergriffen, damit aus dem Gegeneinander ein Miteinander wird.

Drei Jahre nachdem die innerdeutsche Grenze verschwunden war, wurde im Kapitelsaal die Partnerschaftsurkunde der beiden Städte unterschrieben. „Das war ein sehr glücklicher Moment für Nysa und Lüdinghausen“, sagte Borgmann. „Die Bürger der beiden Städte haben sich angenähert und sind mittlerweile zu Freunden geworden.“ Wenn er in Nysa zu Gast sei, spüre er besonders die Gastfreundschaft und Geborgenheit der Partnerstadt. Er fühle sich als Freund angenommen. In drei Wochen werde das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Beteiligten aus Nysa und Lüdinghausen gemeinsam gefeiert.

Die gegenseitigen Besuche aus der Bevölkerung seien mittlerweile zur Normalität geworden. Dennoch sei die Freundschaft eine „dauernde Aufgabe“, an der man ständig arbeiten muss. „Ihr habt nun die wichtige Aufgabe, diese Freundschaft fortzusetzen“, gab er den Schülern mit auf den Weg. Vor einigen Jahren sei man der Meinung gewesen, in Europa schon sehr viel weiter zu sein. Es sei wichtig, an einem „Europa ohne Grenzen“ weiterzuarbeiten. „Was ihr heute als selbstverständlich annehmt, war es früher nicht“, sagte Borgmann. „Ich hoffe, dass ihr die Zeit nutzen werdet und das Beste daraus macht“.

Dariusz Piech, der zu den Initiatoren der Schulpartnerschaft gehört, bedankte sich gemeinsam mit seiner Begleiterin Magda Stachow beim Bürgermeister für den netten Empfang und bei den Lehrern vom St.-Antonius-Gymnasium, Elke Broermann-Marquardt und Frank Zienow, für ihr Engagement in Sachen Partnerschaft.

Eine Woche verbringen die 17 Jugendlichen in Lüdinghausen, unternehmen Ausflüge nach Münster und Köln und lernen das Leben in den deutschen Familien und den Schulunterricht am St.-Antonius-Gymnasium kennen. Der Gegenbesuch der 17 Schüler vom St.-Antonius-Gymnasium ist für das nächste Jahr geplant.