Das seit mehr als sieben Jahren erfolgreiche Modell der Talentförderung und der Talentsichtung zwischen dem Fußballverein SV Fortuna Seppenrade und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist beendet worden. Dies ist Anlass eines Schreibens von Bürgermeister Richard Borgmann an den Präsidenten des DFB, Fritz Keller.

Der Vorstand der Fortunen hatte den DFB nach sieben Jahren der allgemeinen Preissteigerung um eine maßvolle Anhebung des Nutzungsentgelts gebeten. Dem DFB wurden ein Kunstrasenplatz mit Flutlicht, ein Platz mit Scheinwerfermasten, die Umkleiden mit Duschen und sanitären Anlagen, eine Lagerraum für Trainingsmaterial sowie ein Besprechungsraum für Schulungen überlassen. Der DFB hat die Bitte von Fortuna Seppenrade abgelehnt, da alle 366 DFB-Stützpunkte gleich behandelt werden müssten.

Borgmann bittet Keller in seinem Schreiben nun um ein gemeinsames Gespräch über dieses Thema und über die generelle Einstellung des DFB. Mit der Wahl Kellers zum neuen Präsidenten des DFB seien viele Erwartungen nach einer Änderung der bisherigen Verbandsstruktur verkörpert, auch die des Amateurfußballs.

Das Talentförderungsprogramm des DFB bilde die „Brücke zwischen der engagierten und unverzichtbaren Jugendarbeit in der Vereinsbasis und der zweiten Stufe der Talentförderung, den Leistungszentren und Eliteschulen des Fußballs“. Laut Borgmann steht zu viel auf dem Spiel, „um die berechtigte Bitte von Fortuna Seppenrade mit dem einzigen Argument der Gleichbehandlung aller 366 Stützpunkte beantworten zu wollen“. Seiner Ansicht nach stellt sich darüber hinaus die Frage, ob nicht alle 366 Stützpunkte eine Anpassung verdient hätten.

Borgmann weist außerdem darauf hin, dass der Profifußball vom Amateurfußball in einer Art und Weise profitiert, die ihresgleichen sucht. Er hofft nun, dass Keller seiner Bitte aufgeschlossen gegenüber steht und ein Gespräch diesen Missstand aus dem Weg räumen könnte. „Nimmt doch jede kleine oder große Fußballkarriere in einem Amateurverein ihren Anfang“, so Borgmann. „Wer sich heute nicht um den Fortbestand der Fußballvereine an der Basis und die Talentförderung in jungen Jahren kümmert, gefährdet langfristig den Erfolg des gesamten Fußballs. Ein solidarisches Miteinander ist daher von entscheidender Bedeutung.“