Friedhelm Landfester und Thomas Wehlmann vom Heimatverein Seppenrade e.V. waren kürzlich im Rathaus zu Gast, um Bürgermeister Richard Borgmann von den Ergebnissen ihrer Befragung der Besucher des Heimattages zu berichten. Der Heimatverein wollte wissen, was die Bürgerinnen und Bürger von ihrem Ort und der Gemeinschaft erwarten und wie der Heimatverein sich in Zukunft aufstellen solle. In 200 Interviews kristallisierten sich wichtige Trends heraus.

Ein gemeinsamer Wunsch der Befragten war die Belebung des Kirchplatzes, um wieder ein Dorfzentrum entstehen zu lassen. Um dieses Ziel zu erreichen, möchte der Heimatverein unter anderem Gespräche führen, um den Wochenmarkt auf den Kirchplatz zu verlagern und weitere Aussteller für den Markt zu gewinnen. Diese Idee unterstützt Borgmann und freut sich über die Aktivitäten des Heimatvereins. „Dies wäre ein erster wichtiger Schritt, um den Kirchplatz attraktiver zu gestalten und zu einem Versammlungsort für die Bürgerinnen und Bürger werden zu lassen“, sagte er. „Denn Heimat kann nicht von oben verordnet werden. Sie muss tatsächlich gelebt werden, wie der Heimatverein Seppenrade es ja schon seit Jahren im Rosengarten so hervorragend praktiziert.“

Landfester und Wehlmann wiesen Borgmann außerdem auf einen besonders dringenden Wunsch der pendelnden Bevölkerung hin. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere in Richtung Haltern, sei ein wichtiges Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Borgmann erklärte hierzu, dass er bereits viele Gespräche mit den Nachbarkommunen hierzu führe. Die Einführung einer Schnellbuslinie, die die Orte Haltern am See, Ascheberg, Lüdinghausen und Drensteinfurt miteinander verbindet, sei ein gemeinsames Ansinnen, für das er und seine Amtskollegen sich weiterhin mit Nachdruck einsetzen. So werde er mit seinen Amtskollegen noch in Kürze einen schriftlichen Antrag sowohl an den Zweckverband ÖPNV des Münsterlandes als auch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr stellen, eine solche, die vier Kommunen als auch deren Bahnhöfe verbindende Linie, einzuführen. „Die Wünsche so vieler Bürgerinnen und Bürger müssen endlich umgesetzt werden“, betonte Borgmann.

Auch der Ausbau der Wolfsschlucht wurde von den Befragten genannt, um Seppenrade noch attraktiver werden zu lassen. Zu diesem Punkt konnte Borgmann dem Heimatverein Positives berichten. Der Landschaftsbeirat hat den Plänen zur Umgestaltung der Wolfsschlucht nun endlich zugestimmt. Nun müsse der Förderantrag an die Bezirksregierung vorbereitet und gestellt werden. Bei positivem Ausgang könne dann im nächsten Jahr mit der Umsetzung der Planungen begonnen werden.

Borgmann freute sich riesig über die Initiative des Heimatvereins. Dem ehrenamtlich aufgestellten Verein gelinge es seit Jahren, die Kräfte in Seppenrade hervorragend zu bündeln. „Es kostet jedoch Mut, sich nach so langer Zeit selbst zu hinterfragen und zu überlegen, wie ein Verein die Interessen der Bevölkerung noch besser vertreten kann und auch Neubürger von sich zu begeistern“, sagte er. „Die Befragung hat ein eindeutiges Ergebnis zu Tage gebracht. Die Seppenrader fühlen sich als Großfamilie. Mit seinem jahrzehntelangen Wirken hat es der Heimatverein Seppenrade geschafft, eine einmalige Seppenrader Identifikation zu schaffen, Räume und Viertel, auf die man nur stolz sein kann.“ Er versprach den Vertretern des Heimatvereins, in ständigem Kontakt zu bleiben und sich im kommenden Jahr für die Erstellung eines Dorfentwicklungskonzeptes, unter aktiver Beteiligung der Seppenrader Bevölkerung, einzusetzen. „Für die Erstellung eines solchen Konzepts liefert die vorgestellte Befragung mit ihren Ergebnissen eine hervorragende Basis, auf der man wunderbar aufbauen kann“, stellte er abschließend fest.