Alexander Kulms, Nina Schmidt und Theresa Südfeld sind Auszubildende der Stadt Lüdinghausen. Jeder der drei macht eine andere Ausbildung. Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie haben Spaß an dem, was sie tun.

Alexander Kulms macht bei der Stadt Lüdinghausen eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Der 18-Jährige hat sein Abitur in Selm gemacht und ist seit August 2018 bei der Stadtverwaltung angestellt.

Alexander, wieso hast du dich für eine Ausbildung bei der Verwaltung entschieden und bist nicht in ein Unternehmen gegangen?

Die EDV-Abteilung in der Verwaltung ist unter anderem für das gesamte Netzwerk zuständig, also zum einen für die Einrichtung und Bereitstellung des Netzwerks und zum anderen dafür, dass alles im Netzwerk technisch funktioniert. Im Unternehmen hätte ich wahrscheinlich nur einen speziellen Bereich zugewiesen bekommen. Ich wollte aber lieber alles kennenlernen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von dir aus?

Einen typischen Tag gibt es nicht. Es gibt sich wiederholende Tätigkeiten, die ich regelmäßig mache. Dazu zählt zum Beispiel der tägliche Wechsel des Sicherungsbandes, um Daten wiederherzustellen, oder das Schreiben meiner Ausbildungsnachweise. Ansonsten reagiere ich auf Probleme der Kollegen und auf technische Fehler im Netzwerk oder an den Servern. Die Abwechslung ist für mich gerade der Spaß an dem Job.

Womit warst du zuletzt besonders beschäftigt?

Zurzeit bereite ich mit einer Kollegin die Neuinstallation des Backup-Servers vor. Bis vor kurzem habe ich ein Testsystem für die anstehende Migration implementiert, dazu musste ich einen WindowsDeploymentService-Server installieren und diesen mit einem Windows10-Image bestücken. Dies habe ich anschließend in einer PowerPointPräsentation meiner Ausbildungsleitung vorgestellt. Das Image habe ich danach auf mehrere Test-PCs verteilt.

Was lernst du in der Berufsschule?

Dort lerne ich die ersten beiden Jahre das Gleiche wie die Anwendungsentwickler, also zum Beispiel auch das Programmieren. Das brauche ich zwar im Arbeitsalltag als Systemintegrator selten, aber ich finde es praktisch, damit ich kleinere Programme selbst entwickeln könnte. Es ist gut, über beide Gebiete Bescheid zu wissen, da wir hier in der EDV auch oft mit Anwendungsentwicklern zusammenarbeiten. Ich habe aber auch normale Fächer wie Deutsch, Wirtschaft, Politik und Sport.

Nun ist bald das erste Jahr deiner Ausbildung herum. Denkst du, du hast dir den richtigen Job ausgesucht?

Ich würde wieder hierherkommen. Ich finde es gut, dass ich nicht den ganzen Tag nur im Büro sitze, sondern auch zu Terminen außerhalb des Rathauses mitfahren darf. Anders, als andere vielleicht denken, sitze ich nicht nur am PC. Ich durfte auch schon das Display eines kaputten Handys tauschen.

Weißt du schon, was du nach deiner Ausbildung machen möchtest?

Noch nicht genau. Ich finde es gut, dass ich bei der Stadt die Sicherheit habe, dass ich nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildung übernommen werde. Manche Schulkameraden von mir schauen sich jetzt schon wieder um, weil sie bereits wissen, dass nach der Ausbildung bei ihrem Betrieb Schluss ist. Da bin ich ganz froh, dass ich diesen Stress nicht habe.

Nina Schmidt macht eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Sie ist 20 Jahre alt und hat im August 2017 mit ihrer Ausbildung begonnen. Zuvor hat sie ihr Fachabitur am Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Münster gemacht.

Sei mal ehrlich, Nina. Ist so ein Bürojob nicht unglaublich langweilig? Und dann auch noch in einer Verwaltung?

(lächelt) Ich finde es überhaupt nicht langweilig. Im Gegensatz zu einem Betrieb habe ich hier sehr viele unterschiedliche Bereiche, die ich kennenlerne. Es gibt so viele Abteilungen. Und jetzt, während der Ausbildung, kann ich herausfinden, welcher Bereich mir am meisten Spaß macht und für mich im Anschluss an die Ausbildung der passende ist.

Aber du hast doch wahrscheinlich nicht immer gedacht, dass du eine Ausbildung bei der Stadt machen möchtest?

Ich bin nach der Realschule zum Berufskolleg gegangen. Erst da habe ich dann festgestellt, dass mir die Fächer Wirtschaft und Verwaltung sehr gut gefallen und da hab ich mich entschieden, mich in diesem Bereich genauer nach Ausbildungsstellen umzusehen.

Und warum hast du dich für Lüdinghausen entschieden?

Mir war die Wohnortnähe wichtig. Und ich fand es gut, schon vorher einen Bezug zur Stadt zu haben. Da ich aus Senden komme, kannte ich Lüdinghausen natürlich schon vorher.

Was machst du denn hier so den ganzen Tag?

Als ich im Kulturamt saß, habe ich zum Beispiel mitgeholfen, Veranstaltungen zu organisieren. Da habe ich zum Beispiel Plakate beklebt oder Angebote von Gastronomiebetrieben für die Bewirtung eines Konzerts eingeholt. Im Moment bin ich im Fachbereich Zentrale Dienste. In den letzten Wochen habe ich mich vor allem mit der Europawahl beschäftigt und ich habe die Kollegen bei der Bearbeitung der Briefwahlanträge unterstützt. Und ich habe jeden Tag geholfen, die Post zu öffnen und nach Zuständigkeit der Fachbereiche zu sortieren.

Wie ist der Schulunterricht bei dir organisiert?

Ich gehe immer montags zum Studieninstitut nach Münster. Da habe ich Fächer wie Personal- und Sozialrecht, die eher juristisch geprägt sind. Und dann habe ich noch etwa drei Monate je Ausbildungsjahr Blockunterricht am Hansa-Berufskolleg in Münster. Dort habe ich dann die Fächer, die ich vorher aus der Schule auch schon kannte, wie Politik, Religion und Sport.

Was gefällt dir bei der Stadt gut?

Ich bin von den Kollegen gut eingearbeitet worden und kann auch jetzt noch alles fragen, was mir einfällt. Eigentlich war bisher in jedem Bereich jeder Tag sehr verschieden. Ich finde es gut, nicht immer das Gleiche zu machen.

Theresa Südfeld hat ihr Wirtschaftsabitur am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg in Dülmen gemacht und ist bereits seit August 2013 bei der Stadt Lüdinghausen beschäftigt. Nachdem die 25-Jährige die dreijährige Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beendet hatte, schloss sie im September 2016 ein duales Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW in Münster an. Im Sommer 2019 wird sie den Studiengang „Kommunaler Verwaltungsdienst – Allgemeine Verwaltung (LL.B. – Bachelor of Laws) erfolgreich abschließen.

Theresa, warum hast du dich nach deiner ersten Ausbildung entschieden, noch eine zweite zu machen?

Ich wollte mich einfach noch ein wenig weiterentwickeln. Ich bin auch von Mitarbeitern im Hause darauf angesprochen worden und dann habe ich mich dafür entschieden, weiterzumachen.

Ist es nicht super anstrengend, gleichzeitig zu arbeiten und zu studieren?

Das war schon in Ordnung. Da das Studium im Blocksystem organisiert war, musste ich nicht am Wochenende zur Schule. Ich fand es gut, schon früh Kontakte in die Arbeitswelt zu bekommen und gleichzeitig noch weiter zu lernen. Und es hat natürlich den Vorteil, dass man während des Studiums schon Geld verdient.

Du schreibst gerade deine Bachelorarbeit. Wie geht es danach weiter?

Ich werde im Fachbereich Zentrale Dienste eingesetzt. Das finde ich toll, weil mir der Bereich schon während der Ausbildung gut gefallen hat. Ich freue mich einfach, nun angekommen zu sein. Bald habe ich ein eigenes Büro mit Namensschild an der Tür. Das fühlt sich richtig gut an.

Und später? Könntest du dir vorstellen, einmal Fachbereichsleiterin zu werden?

Das weiß ich nun noch nicht (lacht). Ich könnte mir derzeit schon vorstellen, in zwei Jahren meinen Master zu machen. Aber nun will ich erst einmal im Team ankommen und mich richtig in mein Aufgabengebiet hineinarbeiten.

Gab es während deiner Ausbildung etwas, was dir besonders gut gefallen hat?

Ich durfte ein vierwöchiges, freiwilliges Praktikum im Magistrat der Stadt Wien machen. Dafür wurde ich von der Arbeit freigestellt. In der Zeit habe ich viel über die verschiedenen Strukturen einer Behörde gelernt. Ich wollte unbedingt einmal etwas anderes sehen und finde es immer noch toll, dass mir das ermöglicht wurde.

Hörst du öfter das Vorurteil, dass in einer Verwaltung nur Kaffee getrunken wird?

Solche Klischees will ich gar nicht bedienen. Ich glaube sowieso nicht, dass es stimmt. Aber vor allem haben sich auch viele Dinge gewandelt. Wir sind die Jugend und ich möchte etwas verändern.

Warum hast du dich damals für eine Ausbildung in der Verwaltung entschieden?

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mir sehr wichtig. Es ist ein sicherer Arbeitsplatz. Diese Gedanken wurden mir auch vom Elternhaus so mitgegeben. Früher wollte ich unbedingt Lacklaborantin werden. So wie manche Jungen von der Feuerwehr träumen, war das mein Traumberuf. Erst während meines Abiturs habe ich Interesse an Wirtschaft und Büroarbeit entwickelt und so kam ich auf die Verwaltung.

Und warum gerade Lüdinghausen?

Einen großen Bezug zur Stadt hatte ich vorher nicht, weil ich ja nicht hier zur Schule gegangen bin. Aber beim Vorstellungsgespräch war ich direkt positiv überrascht von den schönen Räumen im Rathaus. Die Wohnortnähe war mir auch wichtig. Und ich habe mich ganz bewusst für eine kleinere Kommune entschieden, weil ich nicht eine von vielen sein wollte, sondern mir ein familiäres Betriebsklima gewünscht habe. Das gibt es bei der Stadt Lüdinghausen auf jeden Fall.

Derzeit sind für das Jahr 2020 wieder Ausbildungsstellen bei der Stadt Lüdinghausen ausgeschrieben. Die ausführlichen Stellenbeschreibungen finden Sie hier.