Der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass es noch viele ungeklärte Fragen zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs gibt und fordert das Land dazu auf, schnell klare Vorgaben und umfassende Unterstützung bei der Beschaffung der nötigen Materialien zu leisten. Dem schließen sich die Kommunen des Kreises Coesfeld an.

„Wir wünschen uns, dass die Städte und Gemeinden und die Schulträger in die Überlegungen einbezogen und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, betont Bürgermeistersprecher Richard Borgmann. Selbstverständlich werden die Kommunen in Zusammenarbeit mit den Schulen alles in ihrer Kraft stehende tun, um die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Enger Kontakt zwischen Kindern kann im Schulalltag jedoch kaum vollständig vermieden werden. Auch organisatorisch stelle die Öffnung die Kommunen und Schulen vor große Herausforderungen. „Es müssen vollkommen neue Strukturen geschaffen werden, um Dinge wie Hygiene und Abstandhalten zu realisieren“, so Borgmann. „Auch die Kapazitäten bei Personal und Räumlichkeiten müssen beachtet werden.“

Bislang gibt es keine einheitlichen Hygienestandards für den Schulbetrieb, keinen Zeitplan für die Staffelung des Unterrichts sowie keine Aussage zur Notwendigkeit und Verfügbarkeit von Ressourcen wie Masken, Desinfektionsmittel oder Tests. „Es braucht eine gewisse Zeit, um solche Dinge vorzubereiten“, sagt Borgmann. „Bis Montag wird ein reibungsloser Ablauf kaum möglich sein.“

Weiterhin fragen sich die Städte und Gemeinden auch, was geschehen soll, wenn trotz aller Vorsorgemaßnahmen Schüler oder Lehrer positiv auf das Virus getestet werden. Müsste dann wieder die gesamte Schule geschlossen werden, wie bereits in der Vergangenheit zum Beispiel das Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen? „Für solche Fragen brauchen wir dringend generelle Vorgaben vom Land, denn so etwas können nicht die Kommunen oder Schulträger im Einzelfall entscheiden“, betont Borgmann. „So gern wir die Schulen so schnell wie möglich wieder öffnen möchten, so unerlässlich ist es aber auch, dass wir klare und schnelle Vorgaben bekommen, um einheitlich zu agieren und den bestmöglichen Schutz für die Schüler und das Lehrpersonal zu bieten.“