Eigentlich wollte sie nur ein Jahr lang in Lüdinghausen unterrichten, aber nun ist Heidrun Hoffmann schon seit 21 Jahren Oboenlehrerin an der Musikschule. „Ich hatte all die Jahre  immer wieder tolle Schüler. Einige haben Preise bei „Jugend musiziert“ gewonnen, andere sogar dieses Hobby zum Beruf gemacht und Oboe studiert“, nennt sie den Grund dafür, dass sie weiterhin jeden Dienstag aus Alpen nach Lüdinghausen fährt.

Die Diplommusiklehrerin für Oboe und Klavier fasziniert an dem Holzblasinstrument der „tolle Klang, den man der Oboe entlocken kann“. Das Geheimnis besteht darin, mit den Lippen den Ton so zu formen, dass die Oboe dem Klang der menschlichen Stimme sehr nahe kommt. Sie selbst habe noch nicht ausgelernt. Das ganze Leben lang könne man daran arbeiten, sein Spiel immer weiter zu verfeinern, erklärt die 47-Jährige.

Jeder, der Lust hat, kann das Instrument ausprobieren. Bei Kindern ist es allerdings hilfreich, wenn die zweiten Zähne schon da sind. Eine Schülerin hatte noch ihre Milchzähne, als Hoffmann sie zu unterrichten begann. Als ihre Schneidezähne ausfielen, hatte sie nicht mehr genügend Halt für das Oboenrohr. „Man braucht den Widerstand durch die Zähne“, sagt Hoffmann und lacht. „Das Mädchen musste eine Weile pausieren, bevor sie weitermachen konnte. Später ist sie jedoch zu einer der besten Schülerinnen geworden, die ich jemals hatte. Die Oboe ist etwa 65 Zentimeter lang. Als sie angefangen hat, reichte ihr das Instrument  bis zu den Knien.“

Viele Schüler werden durch Freunde zum Spielen animiert, oder auch durch den Tag der offenen Tür der Musikschule, wenn das Instrument vorgestellt wird. Manchmal schlagen auch Blockflötenlehrer ihren Schülern vor, doch mal die Oboe auszuprobieren. Das Miteinander spielt bei diesem Instrument eine große Rolle, denn mit der Oboe kann man auch im Orchester spielen und dort neue Freunde kennenlernen.
Auch Erwachsene können noch beginnen, Oboe zu lernen. „Da Erwachsene aber eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben, wie die Oboe bei einem Profi klingt, geben sie oft zu schnell auf“, sagt Hoffmann. Die Kinder gehen oft unvoreingenommener ans Üben. Hoffmann vergleicht das Erlernen eines Instruments mit dem einer Sprache. „Man muss viel Zeit investieren, um fließend sprechen zu lernen“, sagt sie. Jeden Tag eine halbe Stunde sei für ältere Kinder ein gutes Zeitmaß. Die meisten haben damit kein Problem, weil sie merken, dass sie sich verbessern, wenn sie kontinuierlich üben. Für jüngere Kinder seien schon ein paar Minuten Üben ausreichend. Das Instrument auszupacken, in die Hand zu nehmen und ein Lied zu spielen – das tägliche Überitual zu lernen, das seien hier die wichtigsten Schritte.

Die Musik ist übrigens nicht die einzige Leidenschaft Hoffmanns. Sie betreibt außerdem die Kampfkunst Aikido. Wie das zusammen passt? „Sehr gut“, findet sie. Bei der japanischen Sportart geht es wie in der Musik um ein Miteinander und nicht um ein Gegeneinander. Anders als in vielen anderen Sportarten werden beim Aikido keine Wettkämpfe ausgetragen, sondern die Sportler versuchen, miteinander schöne, harmonische und konfliktlösende Bewegungen hinzubekommen. Beides, Aikido, aber auch Musik beschäftige nicht nur den Geist. „Der ganze Körper ist involviert“, findet Hoffmann. „Wenn man seine innere Stabilität gefunden hat, klappt es am besten – sowohl beim Aikido als auch mit der Oboe.“

Wer Interesse daran hat, Oboespielen zu lernen oder weitere Informationen wünscht, kann sich unter der Telefonnummer 02591/926 230 an die Musikschulverwaltung wenden.