Die Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld erwarten durch die Corona-Epidemie immense finanzielle Herausforderungen in den kommenden Jahren.  Allein der Verlust der Gewerbesteuer wird nach ersten Schätzungen mit etwa 25% des noch zu Jahresbeginn erwarteten Aufkommens beziffert. Zudem sind die Kommunen über ihre feste Beteiligung an der Einkommenssteuer und Umsatzsteuer direkt betroffen, da die fehlenden Steuereinnahmen des Landes auch direkt die kommunalen Haushalte - über den kommunalen Finanzausgleich - empfindlich treffen werden. Auch wegfallende Gebühren und Entgelte für kommunale Einrichtungen wie Theater, Volkshochschulen, Kindergärten oder Schwimmbäder bei weiterhin laufenden Kosten müssen berücksichtigt werden. Noch gar nicht eingepreist in den meisten Schätzungen sind darüber hinaus die durch die Pandemie verursachten zusätzlichen Ausgaben, etwa für Personal in den Ordnungsämtern zur Überwachung der Hygieneauflagen, für Material wie Masken oder auch für Desinfektionsmittel. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat daher Pläne für einen kommunalen Schutzschild von 57 Milliarden Euro öffentlich gemacht, wonach sich Bund und Länder die finanzielle Last teilen sollen.

Der Sprecher der Städte und Gemeinde im Kreis Coesfeld, Richard Borgmann, begrüßte den Vorstoß des Finanzministers und fordert eine schnelle Realisierung eines solchen Rettungsschirm für die Kommunen: „Die Städte und Gemeinden stehen an vorderster Front bei der Bewältigung der Krise. Daher nützen keine Absichtserklärungen und auch keine Kreditzusagen, die die finanzielle Notlage nur verzögern. Bund und Länder sind hier mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung gefordert, um die Handlungsfähigkeit der Kommunen auch dauerhaft sicherzustellen. Dies lässt sich nur durch echte Zuschüsse gewährleisten.“ Zudem bekräftige Borgmann die Folgen ausbleibender Hilfen: „Die Investitionen in die Zukunft unserer Städte und Gemeinden müssten drastisch verringert werden. Dies betrifft Einsparungen in allen Bereichen der kommunalen Aufgaben, wie etwa der Verkehrswende, der Digitalisierung, dem Ausbau der Infrastruktur, Schulen und Kindergärten sowie natürlich auch beim Klimaschutz. Daher muss es schnell zu einer Einigung zwischen Bund und Ländern kommen, um die positive Entwicklung im Kreis Coesfeld nicht innerhalb von wenigen Monaten um Jahre zurückzuwerfen.“