„Ein enormes Erfolgsmodell“ nennt Bürgermeister Richard Borgmann das Instrument Verfügungsfonds. Das Planungsbüro Plan und Praxis aus Berlin war kürzlich im Lüdinghauser Rathaus zu Gast, um sich über die Umsetzungspraxis und Einschätzungen der Kommune in Bezug auf dieses Instrument zu informieren. Neben Vertretern der Stadt und Ute Marks, Projektleiterin des Büros Stadt + Handel, war auch Burkhard Kleffmann als einer derjenigen, die sich für das Projekt aus eigenem Antrieb heraus enorm engagiert haben, zu Gast und berichtete von seinen Erfahrungen.

Der Fonds finanziert sich zu mindestens 50 Prozent aus privaten Mitteln und wird zu gleichen Teilen aus Mitteln der Städtebauförderung kofinanziert. Jeder Euro, der also aus privatem Vermögen in den Fonds eingezahlt wird, wird mit dem gleichen Betrag aus dem Etat der Städtebauförderung bezuschusst. Das Planungsbüro erarbeitet derzeit für das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und für das Bundesministerium des Innern eine Arbeitshilfe, in der interessierten Kommunen Hilfestellungen und Empfehlungen gegeben werden sollen. Lüdinghausen ist eines von zehn Praxisbeispielen bundesweit, das untersucht wird.

Als wichtigstes Projekt im Rahmen des Verfügungsfonds wurde das Beleuchtungskonzept der Altstadt genannt. „Wenn Sie abends in die Stadt gehen, erkennt man sie nun kaum wieder“, freute sich Borgmann über das großartige Ergebnis. Auch das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger habe sich deutlich verbessert. Ute Marks betonte, dass sie zuvor nicht gedacht hätte, dass die Begeisterung so groß sein und das Projekt derartige Dimensionen annehmen würde. Zu Anfang lief die Akquise in Bezug auf den Verfügungsfonds auch durchaus schleppend, erklärten die Stadtvertreter.

Geändert hatten dies Franz-Bernhard Tenberge und Burkhard Kleffmann, die sich an die Spitze der Bewegung gestellt und mit vielen Ideen und Überzeugungskraft vorangegangen waren. „Unser Ziel war es einfach, noch mehr Leute in die Stadt zu locken“, sagte Kleffmann. „Und diese sollten sich natürlich auch richtig wohlfühlen, damit sie wiederkommen.“ Persönlich sind die beiden von Haus zu Haus gegangen, um die Leute von ihrer Idee zu begeistern und die Altstadt aufzuwerten. „Oft werden Konzepte erst erarbeitet und liegen dann in der Schublade“, wusste Marks zu berichten. „Aber hier in Lüdinghausen leuchtet es schon.“ Der Grund dafür liegt vor allem im bürgerlichen Engagement. „Mein herzlichster Dank gilt allen, die sich für dieses Projekt stark gemacht haben und bereit waren, Zeit und Geld zu investieren, damit unsere Stadt noch lebenswerter wird.“