Das Autokennzeichen „LH“ wird immer beliebter. Die Anzahl der Fahrzeuge, die sich mit dem neuen, alten Kennzeichen schmückt, wächst stetig weiter. Während sich Anfang 2017 bereits 18.564 Halter im Kreis Coesfeld für das LH-Kennzeichen entschieden haben, sind hier aktuell sogar 27.344 Fahrzeuge mit einem LH-Kennzeichen zugelassen (Stand: 13.04.2018). Auf Halter aus der Stadt Lüdinghausen entfallen dabei 8.736 Fahrzeuge. In 2017 waren es 7.043 Fahrzeuge. Seit dem 1. September 2015 können Begeisterte auch im Kreis Unna das Kennzeichen „LH“ wählen. Auch hier ist die Fangemeinde weiter gewachsen. Am April 2017 waren 1.173 Fahrzeuge mit LH-Kennzeichen zugelassen. Nun sind es bereits 2.088.

 

Am 16. Mai 2014 ist das LH-Kennzeichen im dritten Anlauf im Kreis Coesfeld eingeführt worden. Maßgeblich dazu beigetragen hat Prof. Dr. Ralf Borchert von der Hochschule Heilbronn. Seine „Initiative Kennzeichenliberalisierung“ widmete sich den Möglichkeiten, auslaufende Kfz-Kennzeichen wiedereinzuführen. Um herauszufinden, wie die lokale Bevölkerung zu dieser Idee steht, wurden unter Leitung Borcherts Befragungen in den Städten durchgeführt. Auf die Frage, ob Borchert die Initiative noch einmal durchführen würde, sagte er: „Da ich das Ergebnis kenne, würde ich es auf jeden Fall wieder machen. Ich habe das Gefühl, vielen Leuten damit etwas Gutes getan zu haben.“ Die meisten Kommunen, die er damals ansprach, wollten mitmachen. In vielen Städten herrschte Borcherts Eindruck nach kein großes Verbundenheitsgefühl zur Kreisstadt. „Die Leute sind in dem Radius verankert, in dem sie sich auskennen“, erklärte Borchert. „Hier sind sie sozial verwurzelt und begreifen ihren Ort als ihre Heimat.“ Lüdinghausen sei eine derjenigen Städte gewesen, die „von Anfang an mit viel Herz“ dabei waren, als es darum ging, das Kennzeichen wiedereinzuführen.

Auch Dietmar Bergmann, Bürgermeister der Gemeinde Nordkirchen, fährt mit einem LH-Kennzeichen. Der Grund liegt für ihn auf der Hand: „Zum einen ist mir „LH“ aus der Zeit des Altkreises geläufiger und zum anderen habe ich einen stärkeren regionalen Bezug zu Lüdinghausen als zum weiter entfernten Coesfeld.“ Auch Unternehmen nutzen gerne das LH-Kennzeichen. Eines davon ist das Sanitär-Unternehmen Focke. „Sobald es die Möglichkeit gab, das Kennzeichen zu besorgen, habe er es getan, erklärt Geschäftsführer Norbert Focke. „Ich bin in Lüdinghausen geboren, wohne hier und fühle mich hier wohl“, sagte er. „Coesfeld ist für uns weit weg, da haben wir keinen Draht zu. Lüdinghausen ist unser Draht.“

Sogar die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa prüft derzeit, ob sie sich unter Marketing- und Identifikationsgesichtspunkten auch das Autokennzeichen „LH“ zu eigen macht.