Sieben Austauschschülerinnen aus Guatemala, die derzeit am St.-Antonius-Gymnasium zu Gast sind, besuchten am Nikolaustag in Begleitung ihrer neu gewonnenen Freunde aus Lüdinghausen, Schulleiterin Elisabeth Hüttenschmidt und Lehrer Friedhelm Kienz Bürgermeister Richard Borgmann.

„Es ist schon zu einer schönen Tradition geworden, dass ihr jedes Mal in der Weihnachtszeit ins Rathaus kommt“, sagte Borgmann. „Ich sehe es als Ehre an, dass ihr uns die Freude bereitet, uns etwas von eurem Land und euren Erfahrungen in Lüdinghausen zu erzählen.“ In der heutigen Zeit sei es ganz wichtig, ins Gespräch zu kommen. Nicht übereinander, sondern miteinander zu reden, sei das Gebot der Stunde. Die Schülerinnen fühlen sich in Lüdinghausen bereits sehr wohl und betonten besonders die Freiheit, die sie hier haben. In Lüdinghausen dürfen sie alleine in die Stadt gehen, was in ihrer Heimat aufgrund der Sicherheitsbedenken nicht üblich ist. Am heutigen Abend möchten sie gern den Weihnachtsmarkt besuchen.

Als die Dreizehnjährigen am 10. November in Deutschland angekommen sind, fielen ihnen zuerst die bunten, herbstlichen Bäume auf. „So etwas gibt es bei uns zuhause nicht“, erzählt ein Mädchen. Das viele Grün in der Stadt sei schon sehr beeindruckend. Allerdings mussten sie sich wegen der ungewohnten Kälte erst einmal Jacken besorgen.

Die Mädchen sprechen sehr gut Deutsch, schließlich lernen sie die Sprache bereits seit sie vier Jahre alt sind. Besonders schwierig finden sie die deutsche Grammatik, speziell die Artikel und die Konjugationen. Am St.-Antonius-Gymnasium besuchen sie den normalen Unterricht, haben aber auch schon Ausflüge nach Münster, Köln und Berlin unternommen.

Ein besonderer Höhepunkt war für die Kinder der Besuch des Nikolaus. Dieser erzählte ihnen die Legende vom Heiligen Nikolaus und überreichte jeder Schülerin einen frisch gebackenen Stutenkerl. Den Nikolaus kennen die Schülerinnen aus Guatemala nicht, weshalb dieser Besuch etwas ganz Besonderes für sie war.

An der deutschen Kultur und Sprache besteht in Guatemala ein großes Interesse, weil die Schüler oft deutsche Vorfahren haben. Der Gastaufenthalt findet bereits zum 26. Mal statt. Borgmann bedankte sich bei den Vertretern des St.-Antonius-Gymnasiums und den Gasteltern dafür, dass sie den internationalen Schüleraustausch so aktiv mit begleiten.