Die Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld schließen sich der Forderung des Städte- und Gemeindebundes an, pragmatische Lösungen für den Einzelhandel zu prüfen, die Infektionsschutz und Existenznot des Handels gleichermaßen gerecht werden.

Die Städte und Gemeinden vor Ort bekommen hautnah mit, dass die Einzelhändler erleichtert sind, ihre Geschäfte nach diesen schwierigen Wochen wieder öffnen zu dürfen. Der Beschluss von Bund und Ländern, Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche weiterhin geschlossen zu halten, stellt allerdings besonders viele mittelständisch geführte Familienunternehmen vor große Probleme. Dies sei insbesondere auch im ländlich geprägten Münsterland der Fall. Hier gibt es inhabergeführte Geschäfte, die geringfügig über der Begrenzungsgröße von 800 Quadratmetern liegen. Eine langfristige Schließung hätte sowohl für diese Betriebe als auch für die Innenstädte erhebliche negative Folgen.

„Es wäre sinnvoll, den Händlern zu ermöglichen, die Fläche für den Kundenverkehr durch provisorische Maßnahmen auf 800 Quadratmeter zu begrenzen“, so Bürgermeistersprecher Richard Borgmann. Bisher legt das Land NRW den Beschluss so aus, dass die absolute Fläche des Verkaufsraums darüber entscheidet, ob geöffnet werden darf. Ausschlaggebend ist nach Ansicht von Borgmann jedoch das Verhältnis von Kundenzahl und Verkaufsfläche. Das Argument, dass durch eine Öffnung größerer Geschäfte zu viele Kunden in die Städte gelockt werden, geht bei einem verringerten Verkaufsangebot ins Leere.

Die Städte und Gemeinden des Kreises Coesfeld bitten daher den Ministerpräsidenten des Landes NRW, Armin Laschet, dafür Sorge zu tragen, dass beim nächsten Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten nochmals geprüft werden soll, ob eine Vorgabe zur zulässigen Kundenzahl pro Quadratmeter Verkaufsfläche nicht einer starren Flächenbegrenzung vorzuziehen sei. „Dies wäre sehr im Sinne unserer mittelständischen Betriebe, die schon angesichts der vergangenen Wochen mit großen Problemen zu kämpfen haben“, so Borgmann.