Die Stadt Lüdinghausen möchte gemeinsam mit anderen Beteiligten und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern gegen den Eichenprozessionsspinner aktiv werden. Hierzu findet am Dienstag, den 12. November, um 19 Uhr im Ausschusszimmer der Burg Lüdinghausen eine Informationsveranstaltung statt.

Wie in anderen Städten und Gemeinden breitet sich der Eichenprozessionsspinner auch in Lüdinghausen und Seppenrade in den letzten Jahren weiter aus. Viele besorgte Bürgerinnen und Bürger meldeten sich bei der Stadt und baten um Hilfe. Die Beseitigung der Nester ist der Stadt jedoch nur auf öffentlichen Flächen möglich, wobei die beauftragten Firmen zuerst an Spielplätzen, Kindergärten und Schulen sowie auf Flächen, auf denen größere Veranstaltungen stattfinden, eingesetzt werden.

Nun könnte ein gemeinsames Projekt Abhilfe schaffen. Auf Anregung von Enrico Zanirato ist die Idee entstanden, viele Beteiligte ins Boot zu holen und gemeinsam etwas gegen die Ausbreitung der unliebsamen Raupen zu unternehmen. In der niederländischen Gemeinde Groesbeek wurde eine Vielzahl von Nistkästen aufgehängt, um die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners wie Blau- und Kohlmeisen zu fördern, damit diese die Raupen fressen. Der städtische Umweltbeauftragte Heinz-Helmut Steenweg betont, dass neben Nistkästen auch weitere Maßnahmen wie zum Beispiel die Neuanlage von Extensiv- oder Wildblumenwiesen, Insektenhotels oder Ähnliches angepackt werden müssten, damit die Vögel genug Nahrung finden und das biologische Gleichgewicht möglichst wiederhergestellt werden kann.

Die Caritas-Werkstätten, das Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg und das Biologische Zentrum haben bereits ihre Mitarbeit zugesagt. Auch weitere Einrichtungen haben sich gemeldet und großes Interesse an der Aktion gezeigt. Die Stadt Lüdinghausen hofft nun auch auf eine möglichst große Beteiligung aus der Bevölkerung. „Wichtig ist vor allem, dass die Beteiligten langfristig aktiv bleiben, da die Nistkästen auch in Zukunft gereinigt werden müssen“, sagt Steenweg. Bürgermeister Richard Borgmann geht von einem großen Interesse an diesem Projekt aus. „Die Menschen in Lüdinghausen und Seppenrade scheuen sich nicht, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen“, so Borgmann. „Uns erreichen sehr viele Anfragen zum Eichenprozessionsspinner und ich bin sicher, dass sich die Bürgerinnen und Bürger freuen, bei diesem tollen Projekt mitwirken zu können.“