Am heutigen Donnerstag wird der Unterricht für die Viertklässler der Grundschulen wieder aufgenommen. Am kommenden Montag beginnt der Unterricht für die Kinder aller Jahrgangsstufen der Grundschule in einem tageweise rollierenden System. In die weiterführenden Schulen kehren zuerst die Schülerinnen und Schüler zurück, die im nächsten Jahr ihr Abitur ablegen. In den Haupt-, Real- und Sekundarschulen beginnt der rollierende Unterricht ab Montag, Gesamtschulen und Gymnasien folgen nach dem Haupttermin der Abiturprüfungen ab dem 26. Mai. Die Einzelheiten können in eigener Verantwortung von den Schulen festgelegt werden. Die Schulen werden die Eltern informieren, für welche Jahrgänge der Unterricht ab Montag startet.

Dies hat das Land NRW nach der Schalte zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder gestern beschlossen. „Es ist der richtige Schritt auf dem Weg zu einer Normalisierung“, ist sich Bürgermeister Richard Borgmann sicher. Galt es doch die zwischenzeitlich ergangenen obergerichtlichen Rechtsprechungen in der Entscheidungsfindung mit zu berücksichtigen.

Borgmann möchte den Lehrern und Schulleitern für ihren Einsatz in den vergangenen Wochen ein riesiges Dankeschön aussprechen. Die Notbetreuung sei schnell, gewissenhaft und mit viel Einsatz eingerichtet und umgesetzt worden. „Die Eltern, die in kritischen Infrastrukturen tätig sind, konnten sich auf die gute Betreuung ihrer Kinder zu jeder Zeit verlassen“, so Borgmann. „Dafür danke ich Ihnen und auch den Beschäftigten in den Kindergärten stellvertretend für alle Bürgerinnen und Bürger. Sie haben in dieser Zeit ein riesiges Engagement gezeigt.“

Eine neue Herausforderung sei außerdem das Lernen auf Distanz. Hier seien die Voraussetzungen nicht nur von Schule zu Schule, sondern auch innerhalb einer Schule und vor allem in den Familien sehr unterschiedlich. „Sie haben das Beste aus dieser Situation gemacht und die Eltern und Schüler so gut unterstützt, wie es Ihnen möglich war“, dankt Borgmann den Lehrern.

Die wahrscheinlich größte Last lag jedoch in den vergangenen Wochen auf den Schultern der Familien. Die Eltern, die oftmals in ungewohnter Situation von Zuhause aus arbeiten, und gleichzeitig für die Betreuung ihrer Kinder verantwortlich sind, leisten unglaublich viel. „Für viele von Ihnen bedeutet diese Zeit eine außergewöhnliche Belastung“, sagt Borgmann. „Sie unterstützen Ihre Kinder beim Lernen, trösten sie, weil sie ihre Freunde nicht sehen dürfen und sind für sie da, wenn sie Angst vor der unbekannten Krankheit haben.“ Gleichzeitig kommen in einigen Familien existenzielle Sorgen und Angst um Familienangehörige hinzu. „Ich wünsche Ihnen allen von Herzen, dass Sie diese schwierige Situation bestmöglich meistern werden“, so Borgmann.

Eine Rückkehr zum „normalen“ Unterricht ist in diesem Schuljahr nahezu auszuschließen, da die Klassen aus Gründen des Infektionsschutzes verkleinert werden müssen und wegen der unvermeidlichen Beschäftigungsverbote nicht alle Lehrer eingesetzt werden können. „Dennoch geben uns diese weiteren Schritte hin zu einer Schulöffnung Hoffnung und ich möchte Sie ermutigen, positiv in die Zukunft zu blicken“, so Borgmann. „Sie haben in den letzten Wochen ein großes Durchhaltevermögen bewiesen und gezeigt, dass wir gemeinsam und füreinander stark sind.“