Ein Bundeswehrfahrzeug im Rosengarten – das war schon ein seltener Anblick. Der Grund ist ein ganz einfacher: Die Soldaten der Bundeswehr in Ahlen waren zu Besuch in Seppenrade. Der Besuch einer städtischen Delegation im September vergangenen Jahres in der Westfalenkaserne in Ahlen sollte der Auftakt sein zum Aufbau einer „patenschaftlichen Verbindung“ zwischen Einheiten der Bundeswehr und der Stadt Lüdinghausen. Der Stadtrat fasste anschließend den Beschluss, eine Patenschaft für die 2. Kompanie des Aufklärungsbataillons 7 der Westfalenkaserne in Ahlen zu übernehmen und eine entsprechende Urkunde auszustellen.

Nun kamen die Soldaten der Bundeswehr zum Gegenbesuch nach Seppenrade, um mit Vereinsvertretern und interessierten Bürgern ins Gespräch zu kommen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie eine solche Patenschaft in Lüdinghausen umgesetzt und mit Leben erfüllt werden kann. Die Beteiligten trafen sich im Heimathaus zu einem gemütlichen Beisammensein und gemeinsamen Grillen.

Bei seiner Begrüßung führte Bürgermeister Richard Borgmann aus, dass in einer von zunehmender Unsicherheit und politischen Verwerfungen gekennzeichneten Welt das Bedürfnis der Menschheit nach Sicherheit – national wie international – größer wird. Umfragen hätten gezeigt: Das Bewusstsein für den Nutzen der Bundeswehr und ihr generelles Ansehen seien in den letzten Jahren wieder gewachsen. Für die Städte und Gemeinden sei die Bundeswehr ein Garant für die Sicherheit unserer Gesellschaft. Dabei gehe es nicht nur um eine mögliche Abwehr vor äußeren Gefahren. Die Bundeswehr leiste gemeinsam mit den Kommunen viel für die Zivilgesellschaft vor Ort. Besonders sichtbar werde dies bei der Abwehr von Notrufkatastrophen und bei der humanitären Nothilfe.

Viele Gäste nutzen die Gelegenheit und fragten die Soldaten nach Einzelheiten zu ihren Diensten, zu ihren Belastungen, zu ihren familiären Verhältnissen, zum mitgebrachten Fahrzeug und zu ihren vergangenen Einsätzen im Ausland, insbesondere in Afghanistan. Auch ihre Einsätze bei Naturkatastrophen wurden thematisiert. Eine Drohne wurde vorgeführt, die von den Soldaten zur Aufklärung und Informationsgewinnung eingesetzt wird. Seit Ende August 2016 befindet sich das Bataillon unter Leitung des Hauptmanns Michael Jappsen am Standort Ahlen. Um die Patenschaft aktiv zu gestalten, würden die Soldaten gern an städtischen Veranstaltungen teilnehmen, um die enge Verbundenheit zwischen Bürgerschaft und Soldaten zu dokumentieren: Der Volkstrauertag, Fußballturniere und andere Sportveranstaltungen und Schützenfeste wurden genannt. Besuche in der Westfalenkaserne, zum Beispiel von Schulen oder Vereinen, seien ebenfalls möglich und gern gesehen.

Richard Borgmann dankte dem Heimatvereinsvorsitzenden Friedhelm Landfester für die Gastfreundschaft und freute sich, dass so viele Interessierte der Einladung der Stadt gefolgt waren.