Es ist eine der wichtigsten Infrastruktureinrichtungen für die Region, wird in der Öffentlichkeit aber leider recht wenig wahrgenommen. Bürgermeister Richard Borgmann und Wirtschaftsförderer Stefan Geyer haben kürzlich den Flugplatz Borkenberge besucht, um mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Nach Erläuterungen zum Segelflug-Sport und einer Besichtigung des Geländes sprachen die Vertreter der Stadt mit  Hans Pixa, dem ehemaligen Landrat des Kreises Coesfeld und jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Borkenberge-Gesellschaft, dem Vorstandsvorsitzenden Jürgen Hahne und seinem Vertreter Florian Weber darüber, wie man den Flugplatz mehr in die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger rücken könnte.

Die Borkenberge-Gesellschaft setzt sich aus neun Vereinen zusammen, deren Interessen von einem ehrenamtlich tätigen Vorstand vertreten werden. Zum Flugplatz gehören ein luftfahrttechnischer Betrieb, eine private Flugschule und das Flugplatz-Café. Es ist der einzige Flugplatz in Deutschland, der von Vereinen betrieben wird. Trotzdem gilt auch hier die Verkehrspflicht. Das bedeutet, dass der Flugplatz an allen Tagen im Jahr offen gehalten werden muss. „Der Kontrollturm muss jeden Tag besetzt sein, egal welches Wetter herrscht“, betonte Hahne. Nur zwischen Weihnachten und Neujahr ist der Flugplatz geschlossen. Um dies zu bewerkstelligen, sind viele geschulte Mitarbeiter, großes ehrenamtliches Engagement von Seiten der Vereine und viel Koordinationsarbeit nötig. Das etwa 70 Hektar große Areal muss jeden Tag gepflegt werden.

Hahne hat schon 1966 mit dem Segelfliegen angefangen. „Ich habe fast mein ganzes Leben auf dem Flugplatz verbracht“, sagte er. Auch seinem Vorstandskollegen Florian Weber  wurde das Fliegen quasi in die Wiege gelegt. „Deshalb macht es uns einfach Spaß und wir verbringen gerne unsere Freizeit hier, auch wenn es natürlich viel Arbeit ist“, sagte Hahne.

Die Runde tauschte sich darüber aus, welche Rolle der Flugplatz im Naturpark Hohe Mark spielt und in Zukunft spielen könnte. Auch die Funktion für die Bereiche Tourismus und Fremdenverkehr wurde besprochen. Borgmann ist der Ansicht, dass der Freizeitwert des Flugplatzes inmitten der reizvollen Heidelandschaft des Naturerbes Borkenberge stärker in den Mittelpunkt gerückt werden müsse. Er betonte außerdem den großen Einzugsbereich des Flugplatzes und möchte nun mit Bürgermeisterin Elisabeth Stremlau aus Dülmen und Bürgermeister Bodo Klimpel aus Haltern am See ins Gespräch kommen. Da der Flugplatz Borkenberge im südmünsterländischen Städtedreieck der drei Orte liegt, könne man gemeinsam überlegen, „wie wir den Flugplatz mehr in den Fokus der breiten Öffentlichkeit rücken können“. Es sei wichtig, dass sich die Städte mit dem Platz identifizieren und ihn für die Vermarktung nutzen. „Es ist doch toll, wenn eine Stadt sagen kann, dass sie eine solch bedeutende Infrastruktureinrichtung vor Ort hat, die für die Bürgerinnen und Bürger gleichzeitig ein attraktives Ausflugsziel ist“, sagte Borgmann. Die Runde zeigte sich begeistert von der Idee und möchte weiterhin miteinander im Austausch bleiben.