Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am kommenden Sonntag begehen wir – wie jedes Jahr zwei Sonntage vor dem 1. Advent - den Volkstrauertag. Dieser Tag gehört nicht nur in die Kategorie der „Stillen Tage“ eines Jahres. Er ist vielmehr der zentrale Tag des Gedenkens und Erinnerns in Deutschland.

Vielerorts stehen am Volkstrauertag die Menschen beieinander, um innezuhalten und gemeinsam der Opfer der beiden Weltkriege, aber auch der Opfer von Terror und politischer Verfolgung zu gedenken. So soll es auch in Lüdinghausen und Seppenrade sein.

Allein im 1. Weltkrieg verloren neun Millionen Menschen ihr Leben, die gigantische Zahl von fünfundfünfzig Millionen Toten steht für den 2. Weltkrieg. Was sich auf den ersten Blick wie eine statistische Größe gibt, ist in Wirklichkeit viel, viel mehr und nicht in Worte zu fassen: menschliche Katastrophen, grausamste Familienschicksale und unvorstellbares menschliches Leid verbergen sich hinter der Bilanz der beiden Weltkriege.

Aber auch in jüngster Zeit verlieren Menschen infolge von Kriegsereignissen wie zum Beispiel in Syrien ihr Hab und Gut oder – schlimmer noch – ihre engsten Angehörigen. Insofern gilt es, sich - sowohl mit Blick auf die Vergangenheit als auch mit Blick auf die Gegenwart – zu besinnen und Verantwortung für den Frieden zu übernehmen.

Karl Jaspers hat einmal gesagt: „Die Frage des Friedens ist keine Frage an die Welt, sondern eine Frage an jeden selbst.“

In diesem Sinne lade ich Sie herzlich ein, mit Ihrer Teilnahme am Volkstrauertag ein Zeichen des mahnenden Gedenkens, zugleich aber ein Zeichen Ihres Friedenswillens zu setzen.

Die Gedenkveranstaltung, zu der alle Mitbürgerinnen und Mitbürger herzlich eingeladen sind, findet in Seppenrade um 11.00 Uhr am Kirchplatz, in Lüdinghausen um 11.30 Uhr am Missionskreuz, Nordportal der Felizitaskirche statt.