Sehr interessiert waren die Fünftklässler des St.-Antonius-Gymnasiums am Donnerstagmorgen am Ablauf einer Ratssitzung im Kapitelsaal. Unter Begleitung ihres Sozialwissenschaftslehrers Alexander Kallenbach und des Referendars Tobias Fischer kamen sie dorthin zu Besuch, um sich von Bürgermeister Richard Borgmann erklären zu lassen, wie die Kommunalpolitik zu ihren Entscheidungen kommt.

„Dies ist der wichtigste Raum der Stadt Lüdinghausen“, sagte Borgmann. „Wie bei euch zuhause im Familienrat werden hier im Großen die Entscheidungen für die Stadt getroffen.“ Die 34 Stadtverordneten stellen gemeinsam mit dem Bürgermeister den Stadtrat und sind die Vertreter der Bürgerinnen und Bürger. „25.000 Einwohner unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach“, erklärte das Stadtoberhaupt den oftmals schwierigen Entscheidungsweg. Ein Nachteil sei, dass die meisten Dinge viel Zeit brauchen. „Das ist aber auch richtig so“, betonte Borgmann. Schließlich müsse man die Bürger über alle Schritte informieren und aufklären, ginge es doch um das Wohl der gesamten Bürgerschaft.

Etwa achtzig Prozent dessen, was in der gesamten Bundesrepublik an öffentlichen Aufgaben zu erledigen sei, werde in den Kommunen geleistet. Soll ein neues Feuerwehrauto angeschafft werden? Welche Straße muss saniert werden? Wie soll das Abfuhrsystem für den Müll funktionieren? Soll eine neue Sporthalle gebaut werden? Mit all diesen Themen und Vielem mehr beschäftigt sich der Stadtrat in seinen Sitzungen.

„Möchten Sie auch etwas gegen den Klimawandel unternehmen?“, fragte eine Schülerin den Bürgermeister. „Natürlich, das ist ein ganz wichtiges Thema“, sagte Borgmann. „Erst gestern hat eine Veranstaltung mit Vertretern aus Naturschutzverbänden, dem Biologischen Zentrum und Bürgerinnen und Bürgern stattgefunden, um darüber nachzudenken, was wir für mehr Artenvielfalt in unserer Stadt tun können.“

Eine weitere Frage einer Schülerin war, ob Borgmann sich auch mit den Bürgermeistern der Nachbarkommunen treffe. Das bejahte das Stadtoberhaupt. „Ich treffe mich mindestens einmal im Monat mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Wir stehen in stetem Kontakt“, sagte Borgmann. „Gemeinsam kann man viel mehr erreichen als alleine.“ Besonders beeindruckt waren die Kinder davon, dass der Bürgermeister Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich kennt.