Die Stadt Lüdinghausen hat mit der Remondis Münsterland GmbH & Co.KG einen Vertrag für die Abfallsammlung und -beförderung abgeschlossen. Ab dem 1. Januar 2019 wird die Firma Remondis nach einer europaweiten Ausschreibung für weitere sieben Jahre den Hausmüll in Lüdinghausen abfahren. Aus diesem Anlass war Norbert Rethmann, Ehren-Aufsichtsratsvorsitzender der Rethmann-Gruppe, zu der die drei Sparten Remondis, Rhenus und Saria gehören, kürzlich in Begleitung von Peter Brunsbach, Geschäftsführer von Remondis Münsterland, im Lüdinghauser Rathaus zu Gast.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass die Firma Remondis sich in der europaweiten Ausschreibung erneut durchgesetzt hat“, sagte Bürgermeister Richard Borgmann. Besonders für den Außenbereich sei es vorteilhaft, dass die Fahrer sich im Gebiet bereits auskennen. „Wir sind sehr froh und auch dankbar darüber, dass wir die Ausschreibung wieder gewonnen haben“, machte Rethmann deutlich. „Sowohl unsere Familie als auch unser Unternehmen haben eine besondere Beziehung zur Stadt Lüdinghausen.“ Lüdinghausen sei bei der Entwicklung des Familienunternehmens federführend beteiligt gewesen. „Auf Anregung der Stadt Lüdinghausen ist in der Bauernschaft Davert bei Senden-Ottmarsbocholt im Kreis Coesfeld die erste Zentraldeponie entstanden, vorher hatte jede Gemeinde ihren eigenen Ablageplatz. Lüdinghausen gehörte zu den ersten Städten, in denen der erste Müllwagen, den unser Familienunternehmen gekauft hat, zum Einsatz kam. Auch das erste Fahrzeug speziell für die Sperrgutabfuhr wurde in Lüdinghausen getestet. Die Wurzeln unserer Unternehmens-Gruppe liegen hier“, so Rethmann.

„Unser Unternehmen hätte nicht im Ansatz eine Chance gehabt, wenn nicht zwei Personen gewesen wären: der ehemalige Lüdinghauser Sparkassen-Chef Bernd Heinemann und der ehemalige Lüdinghauser Stadtdirektor Peter Bröhl“, sagte Rethmann. Bei Heinemann sei es gut gewesen, jemanden zu haben, der „von anderer Seite auf die Zahlen schaut“. Die Zusammenarbeit mit Bröhl sei „immer fair und konstruktiv“ gewesen.

Die erste Auslandsniederlassung wurde 1982 in Penrith bei Sydney gegründet. Warum ausgerechnet in Australien? Er könne sich noch sehr gut daran erinnern, sagte Norbert Rethmann. Vor 36 Jahren kam eine Delegation aus Penrith, um sich die fahrbaren Behälter der Firma anzuschauen. Danach wollten die Australier die Idee auch sofort bei sich einführen. „Ich glaube, mittlerweile wird Remondis dort als einheimische Firma empfunden“, sagte Rethmann und lachte. Heute ist die Rethmann-Gruppe mit ihren drei Sparten Remondis, Rhenus und Saria in mehr als 50 Ländern aktiv. Von der Region ging es hinaus in die weite Welt. Eine Tatsache, die Norbert Rethmann, der das Unternehmen nach und nach aufgebaut hat, niemals hätte voraussagen können. Trotz der internationalen Tätigkeit sei es der Unternehmens-Gruppe weiterhin wichtig, eine Substanz an vielen mittleren und kleinen Städten als Auftraggeber zu haben.

Obwohl er gern in die Vergangenheit blickt, hat Rethmann auch heute noch die Zukunft des Unternehmens und der Abfallwirtschaft fest im Blick. Er ist sich sicher, dass in 20 Jahren nichts mehr in die Verbrennungsanlage gehen wird. Überall werde man Möglichkeiten zur Wiederverwertung finden. Die Unternehmens-Gruppe sei sehr am dualen System und der Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft interessiert.

Durch Peter Brunsbach wurde im Gespräch insbesondere die Bedeutung des Auftrags für die 150 Mitarbeiter im Kreis Coesfeld hervorgehoben. Seit mehr als 40 Jahren führe die Rethmann-Gruppe nun schon die Abfallsammlung für die Stadt Lüdinghausen durch. Gerne würde er diese Tradition noch lange weiterführen.

Zum Abschluss des Gesprächs betonte auch Borgmann noch einmal, dass er sich über die weitere Zusammenarbeit sehr freue. Der Weg, den das Unternehmen aus Selm in den letzten Jahrzehnten beschritten habe, beeindrucke ihn noch heute. Willensstärke, gepaart mit Weitsicht und viel Disziplin, haben das Geschäft wachsen lassen. Wo die Wurzeln liegen, habe die Unternehmens-Gruppe jedoch nie vergessen. Wenn Norbert Rethmann eine Person zum ersten Mal sieht, hält er ihr die Hand hin und sagt: „Wir kennen uns nicht. Ich heiße Norbert Rethmann.“ Die Bodenständigkeit, die ihn sein Leben lang auszeichnete, ist ihm auch im Alter von 79 Jahren geblieben.