Zeitung lesen, Notizen für die Kinder schreiben, E-Mails verschicken – auch in Lüdinghausen gibt es Erwachsene, für die diese Alltagshandlungen kaum zu überwindende Hürden sind. Um auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen, kommt das ALFA-Mobil des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (BVAG) am 27. August 2025 (Mittwoch) auf Einladung des Volkshochschulkreises nach Lüdinghausen. Von 10 bis 13 Uhr wird es auf dem Parkplatz des REWE-Marktes an der Konrad-Adenauer-Straße stehen.
„Oft sprechen uns auch Vertrauenspersonen an, also Menschen, die einer betroffenen Person im Alltag mit der Schriftsprache helfen“, sagt Projektleiterin Dr. Nicole Pöppel. Diese Menschen bilden eine ganz wichtige Brücke zwischen den Betroffenen und dem Weg in den Kurs. Um darauf aufmerksam zu machen, arbeitet das bundesweit tätige Projekt ALFA-Mobil mit lokalen Ansprechpartnern zusammen. In Lüdinghausen besucht es den Volkshochschulkreis Lüdinghausen. Pädagogische Mitarbeiterin Svenja Milski ist mit vor Ort und berät Interessierte zu Kursangeboten in Lüdinghausen. Kurse finden in kleinen Gruppen regelmäßig dienstags abends in der Burg Lüdinghausen statt. Teilnehmende werden entsprechend ihrer Bedarfe individuell gefördert. Der nächste Kurs beginnt am 23. September. Ein Einstieg ist auch nach Kursstart jederzeit möglich.
Die Aktionen des ALFA-Mobils werden oft von (ehemaligen) Betroffenen begleitet. Viele dieser Lernbotschafter erzählen, dass sie lange gebraucht haben, bis sie sich zum Lernen in einem Kurs entschlossen haben. Dort werden sie nicht nur sicherer im Lesen und Schreiben, sondern steigern auch ihr Selbstvertrauen. Auch in Lüdinghausen wird die Aktion von Oliver Meise begleitet. Er betont: „Ich möchte allen helfen, die sich noch nicht so richtig trauen, damit offen umzugehen.“
Am Infostand informieren die Mitarbeitenden des BVAG im Rahmen der Kampagne „Besser lesen und schreiben macht stolz.“ bundesweit zum Thema Analphabetismus in Deutschland. Mit den ALFA-Mobil-Aktionen sollen Betroffene sowohl direkt als auch indirekt über eine breite Öffentlichkeit angesprochen werden. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

