Ein machtbesessener Herrscher, ein folgenschwerer Irrtum und ein Findelkind, das bei Hirten aufwächst: Mit diesen Motiven entfaltet Shakespeares selten gespielte Tragikomödie „The Winter’s Tale“ seit Generationen ihre besondere Wirkung. Das Stück erzählt von Flucht, Heimkehr und der Frage nach dem eigenen Zuhause.

Das deutsch-niederländische Ensemble King’s Men bringt das Stück nun in einer zeitgemäßen, bewusst barrierearmen Inszenierung in den Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen und mischt Sprachen ebenso wie Biografien: Deutsch, Niederländisch, Plattdeutsch und Englisch verschmelzen zu einem lebendigen, leicht zugänglichen Klangteppich. „Uns war wichtig, ein Theatererlebnis zu gestalten, das ohne visuelle Informationen funktioniert – aber trotzdem alle mitnimmt“, betont das Ensemble. Damit richtet sich „Winter Tales“ ausdrücklich an Menschen mit Sehbehinderung ebenso wie an das sehende Publikum.

Um den Zugang weiter zu erleichtern, bietet King’s Men zusätzlich ein Format exklusiv für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung an. Eine halbe Stunde vor der Vorstellung können Theaterliebende gemeinsam mit den Schauspielerinnen und Schauspielern die Bühne erkunden, Kostüme und Requisiten ertasten und den Stimmen der Darstellenden begegnen.

Die Stadt Lüdinghausen ist Kooperationspartner des grenzübergreifenden Theaterprojekts, das am 22. Januar um 19:30 Uhr (Einlass: 19:00 Uhr) im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen aufgeführt wird und von der EUREGIO gefördert wird. Eintrittskarten sind zum Preis von 25 Euro (ermäßigt 20 Euro) über Lüdinghausen Marketing e.V. erhältlich. Im Eintrittspreis sind vegetarische Häppchen inbegriffen.