Dass sich zwischen dem Telgengarten und der B 235 vor der Polizeiwache etwas tut, ist für zahlreiche Verkehrsteilnehmende täglich sichtbar. Die Arbeiten für die Errichtung des Ruth-Weiss-Platzes schreiten weiter voran und insbesondere die drei Skulpturen sind bereits ein zentraler Blickfang.
Bürgermeister Ansgar Mertens hat sich gemeinsam mit den Mitwirkenden vor Ort ein Bild von den aktuellen Arbeiten gemacht: „Der Ruth-Weiss-Platz verdeutlicht, dass die Themen Flucht, Ausgrenzung und Menschenwürde nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Wir schaffen einen Ort der Begegnung und des Erinnerns, der auch zum Nachdenken anregt“, betont Mertens.
Ruth Weiss war Schriftstellerin, Journalistin und Zeitzeugin, die zeitweise in Lüdinghausen lebte. Ihr Lebenswerk und ihre zentrale Botschaft „Alle Menschen sind gleich“ fließen sichtbar in die Neugestaltung der Fläche ein. Die vom Künstler Alfred Gockel geschaffenen Skulpturen stehen sinnbildlich für drei vertriebene Menschen. Ergänzt werden sie in den nächsten Wochen noch durch Sitzgelegenheiten, Informationstafeln sowie eine von Schülerinnen und Schülern gestaltete Kreativwand. Die erhaltenen Mauerreste aus Berlin fügen sich als historisches Mahnmal in das Gesamtkonzept ein. Eine funktionale Wegeführung soll dann die einzelnen Elemente miteinander verbinden.
„Die Planungen für den Platz hatten bereits zu Lebzeiten von Ruth Weiss begonnen“, erklärt Mertens. Ruth Weiss wurde in die Überlegungen einbezogen und begleitete den Prozess mit großem Interesse. In enger Zusammenarbeit brachte sich auch die Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden e. V. in das Projekt ein. So wurde beispielsweise eine Spendertafel für die Mauerstücke und die Gestaltung der Kreativwand realisiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 49.000 Euro.

