Die VHS lädt zu einer dreiteiligen Vortragsreihe ein, die sich mit der komplexen Entstehungsgeschichte des Staates Israel beschäftigt. Unter dem Titel „Frei zu sein in unserem Land“ beleuchtet der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Rüdiger Robert im ersten Vortrag die historischen Hintergründe des Konflikts zwischen Juden und Arabern und bietet einen differenzierten Blick auf die Entwicklungen, die zu den aktuellen Spannungen geführt haben. Der Vortrag untersucht, ob der Konflikt zwischen Juden und Arabern ein Jahrtausende alter Streit oder das Ergebnis neuzeitlicher Entwicklungen ist. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Juden und Nichtjuden in Palästina lange Zeit zumeist friedlich zusammenlebten. Der Zerfall des Osmanischen Reiches, der Einfluss europäischer Mächte, die Entstehung des Zionismus, die Verfolgung der Juden im Dritten Reich und die Einwanderung von Juden nach Palästina führten jedoch zu einem verheerenden Konflikt.
Die Veranstaltung zielt darauf ab, ein eigenständiges Urteil über die komplexe Situation zwischen dem jüdischen Staat und den Palästinensern zu ermöglichen. Der Vortrag findet am 30. September (Mittwoch), 19:00 Uhr statt.
In seinem zweiten Vortrag „Israel und Palästina – nach dem Ende des Gaza-Krieges“ erörtert Prof. Dr. Rüdiger Robert am 14. Oktober (Mittwoch), 19:00 Uhr die Möglichkeiten und Grenzen einer Friedensregelung in Nahost. Er beleuchtet unterschiedliche Lösungsansätze wie die Ein-Staaten-Lösung, die Konföderationslösung oder die international favorisierte Zwei-Staaten-Lösung und zeigt die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Akteure auf.
Am Holocaust-Gedenktag, dem 27. Januar (Mittwoch), findet die Reihe ihren Abschluss mit dem dritten Vortrag zum Thema „Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart“. Er thematisiert das Erstarken des Antisemitismus in Deutschland vor allem nach dem terroristischen Überfall durch die Hamas und dem Gaza-Krieg. Prof. Dr. Rüdiger Robert widmet sich den Fragen: was ist Antisemitismus? Seit wann gibt es Antisemitismus und in welchen Ausprägungen? Was können wir gegen Antisemitismus tun? Und was wird gegen Antisemitismus getan? Der Vortrag möchte einen Beitrag zur Beantwortung der Fragen geben und zugleich Erinnerung und Mahnung sein.
Die Reihe ist wegen einer Förderung aus Landesmitteln kostenfrei. Die Vorträge können auch einzeln besucht werden. Anmeldungen sind in der VHS-Geschäftsstelle in Lüdinghausen im Bauhaus und online auf www.vhs-luedinghausen.de (Kursnummern 10106-L; 10107-L; 10108-L) möglich. Telefonische Auskunft erhalten Interessierte unter Tel.: 02591 926-484.
