Feierlich wurde das instandgesetzte Kreuz am Fuße des Alten Berges in Seppenrade wieder seiner Bestimmung übergeben. Das im Volksmund als „Judenkreuz“ bekannte Wegekreuz erstrahlt wieder in neuem Glanz. Interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an der vom Heimatverein Seppenrade e.V. organisierten Einweihung mit Pastor Siegbert Hellkuhl teil.
Ulrike Offermann begrüßte als Vorsitzende des Heimatvereins die Gäste und ging auf die Geschehnisse der Vergangenheit ein. Das Kreuz soll 1742 als Gedenkstätte nach einem tödlichen Unfall mit einem Fuhrwerk errichtet worden sein. Später gehörte die Wiese mit dem Kreuz einer jüdischen Familie aus Seppenrade, die sich um die Pflege des Kreuzes gekümmert hat. Hierdurch ist es wohl dann zur Namensgebung gekommen.
Pastor Hellkuhl verband die Einweihung mit einer Bitte um Schutz vor weiteren Unfällen an der viel befahrenen Stelle und betonte zugleich die symbolische Bedeutung des Kreuzes als Zeichen der Solidarität.
In enger Zusammenarbeit mit dem Heimatverein hatte die Stadt Lüdinghausen im vergangenen Jahr erfolgreich einen Antrag für das Förderprogramm zum Erhalt von Bildstöcken, Heiligenfiguren und Wegekreuzen des Kreises Coesfeld gestellt. Mit den Fördermitteln konnte dann nach langen Bemühungen ein neuer Korpus angefertigt werden. Ehrenamtliche Mitglieder des Heimatvereins schliffen zudem das Holzkreuz ab, strichen es neu und ergänzten eine Stele mit Informationen zur Geschichte des Ortes.
Im Namen der Stadt Lüdinghausen überbrachte Beigeordneter Achim Helbert den Dank der Verwaltung: „Das Judenkreuz erstrahlt zur Freude aller jetzt in neuem Glanz. Und das ist möglich, weil Ehrenamt, Vereine und Verwaltung in unserer Stadt an einem Strang ziehen.“ Sein Dank gilt besonders den Initiatoren des Heimatvereins und den engagierten Helferinnen und Helfern sowie den Familien vom Hüwel, die über all die Jahre das Kreuz mit Herzblut pflegten.

